index
Newsletter abonnieren und 10% Willkommensrabatt sichern! - 30 tägiges Rückgaberecht - Versandkostenfrei ab 100,- € - Serice Hotline: 063489 4114750

Der Wein, der die Pfalz am Laufen hält

Mit einem süffig-leichten Lebemann wie ihm machen die pfälzischen Weinfeste erst richtig Spaß: Man bestelle einen Portugieser Weißherbst und genieße – auch wenn die meisten ihn zur Schorle mischen.

Der Portugieser ist nicht der Star unter den pfälzischen Rotweinen. Er steht nicht im Rampenlicht wie der Spätburgunder und hat nicht die Erfolgsgeschichte des Dornfelders. Aber er ist etwas viel Wichtigeres: Er ist der Wein, mit dem die Pfälzer aufwachsen. Der Wein, der zu jedem Anlass passt. Der Wein, der keine großen Worte braucht.

Mit einem süffig-leichten Lebemann wie ihm machen die pfälzischen Weinfeste erst richtig Spaß: Man bestelle einen Portugieser Weißherbst und genieße Vielfalt mit Profil: Die wichtigsten Pfälzer Rebsorten | Pfalz.de.


Eine Reise durch die Zeit: Vom Donaugebiet in die Pfalz

Der Name täuscht: Der Portugieser kam 1860 in die Pfalz, stammt aber wahrscheinlich nicht aus Portugal, sondern aus dem österreichisch-ungarischen Raum. Egal – die Pfälzer haben ihn zu ihrem gemacht.

Die Blütezeit (1900-1980): Jahrzehntelang war der Portugieser DIE Rotweinsorte der Pfalz. Robust, ertragreich, anspruchslos – perfekt für den Massenanbau nach dem Krieg, als die Nachfrage nach erschwinglichem Rotwein groß war.

Der Niedergang (1990-2010): Mit dem Qualitätswandel im deutschen Weinbau galt der Portugieser plötzlich als Auslaufmodell. Häufigste Rotweinsorte der Pfalz war lange Zeit der anspruchslose Blaue Portugieser. Heute ist er, gezielt für leichten Schoppenwein und Weißherbste angebaut, auf Rang 3 zurückgefallen Pfalz (Weinanbaugebiet) – Wikipedia. Spätburgunder und Dornfelder überholten ihn an Rebfläche.

Die Renaissance (seit 2010): Doch totgesagt lebt länger. Eine neue Winzergeneration entdeckt den Portugieser neu: als unkomplizierten Alltagswein, als Basis für frische Weißherbste, als Antwort auf die Sehnsucht nach Leichtigkeit.


Was macht den Portugieser aus?

Charakterprofil: Leicht, fruchtig, zugänglich

Seinen festen Platz unter den roten Sorten mit 6,0 Prozent hat sich der Portugieser gesichert, weil besonders junge Leute seine unkomplizierte Art lieben

Aromatik:

  • Helle rote Früchte: Erdbeere, Himbeere, Kirsche
  • Blumige Noten
  • Wenig Holz- oder Gewürzaromen
  • Frisch und lebendig

Am Gaumen:

  • Neutraler Geschmack, milde Säure, wenig Bukett 
  • Geringe Tanninstruktur
  • Leichter Körper (meist 11-12,5% Alkohol)
  • Unkomplizierter Trinkfluss

Farbe: Im Gegensatz zum tiefschwarzen Dornfelder zeigt der Portugieser ein helles Rubinrot bis Granatrot. Im Glas fast durchsichtig – ein Zeichen seiner Leichtigkeit.


Die drei Gesichter des Portugiesers

1. Portugieser Rotwein (trocken)

Stil: Leicht, fruchtig, für jeden Tag
Ausbau: Meist im Edelstahltank, selten Holz
Trinktemperatur: 14-16°C, gerne leicht gekühlt
Haltbarkeit: Am besten jung trinken (1-3 Jahre)

Passt zu:

  • Leichte Sommerküche
  • Gegrilltes Gemüse
  • Pasta mit Tomatensauce
  • Pizza Margherita
  • Pfälzer Bratwurst

Der Vorteil: Er ist der perfekte "Feierabend-Wein". Nicht zu schwer, nicht zu komplex, einfach nur lecker. Man kann ihn literweise trinken, ohne müde zu werden.

2. Portugieser Weißherbst (trocken bis halbtrocken)

Der Weißherbst ist die wahre Stärke des Portugiesers! Hier zeigt die Rebsorte, was sie kann.

Herstellung: Die roten Trauben werden wie Weißwein verarbeitet – also sofort abgepresst, ohne Maischegärung. Das Ergebnis: ein rosafarbener Wein mit der Frische eines Weißweins und den fruchtigen Aromen eines Rotweins.

Aromatik:

  • Erdbeere, Himbeere, Johannisbeere
  • Blütendüfte
  • Zitrusnoten
  • Mineralische Frische

Perfekt für:

  • Sommerabende
  • Als Weinschorle (das Pfälzer Nationalgetränk!)
  • Zu Salaten, Flammkuchen, gegrilltem Fisch
  • Als Aperitif

Pfälzer Kulturgut: Der Portugieser Weißherbst ist das, was in der Pfalz im Sommer aus jedem Brunnen sprudeln sollte. Gekühlt, als Schorle, zur Bratwurst – das ist Lebensqualität.

3. Portugieser Spätlese/Auslese (halbtrocken bis lieblich)

Ja, die gibt es! Selten, aber besonders charmant. Bei optimaler Reife entwickelt der Portugieser Restsüße, die perfekt zu seiner milden Säure passt.

Passt zu:

  • Fruchtigen Desserts
  • Käsekuchen
  • Leicht gekühlten Sommerabenden
  • Als "Frauenwein" (ein Begriff, den wir eigentlich nicht mögen, aber der hier oft fällt)

Portugieser und Pfälzer Lebensart

Kein Wein verkörpert die pfälzische Mentalität so sehr wie der Portugieser: unkompliziert, gesellig, bodenständig.

Szene 1: Das Weinfest Es ist Juli, das Landauer Weinfest ist in vollem Gange. Am Ausschank steht Klaus, 28, Student aus Karlsruhe, und bestellt: "Eemol e Schorle, halwe-halwe!" (Einmal eine Schorle, halb-halb – also halb Wein, halb Sprudelwasser). Der Winzer zapft Portugieser Weißherbst, mischt ihn mit kaltem Sprudel. Klaus trinkt. Nickt. "Passt!" Mehr Worte braucht es nicht.

Szene 2: Der Feierabend Maria kommt nach Hause, der Arbeitstag war lang. Kein Stress, keine großen Pläne. Sie öffnet eine Flasche Portugieser Rotwein (8 Euro, vom örtlichen Winzer), schenkt sich ein Glas ein, setzt sich auf die Terrasse. Der Wein ist leicht, frisch, stört nicht beim Runterkommen. Er ist einfach da. Wie ein guter Freund.

Szene 3: Die Grillparty Sommer, Garten, Freunde. Würstchen auf dem Grill, Salate auf dem Tisch. Matthias hat zwei Kästen Portugieser Weißherbst mitgebracht. "Kannste nich' verkehrt mache", sagt er. Und er hat recht. Der Wein passt zu allem, stört niemanden, macht alle glücklich.


Warum der Portugieser unterschätzt wird

Das Image-Problem: "Zu einfach", "zu dünn", "kein richtiger Rotwein" – das sind die Vorurteile. Und ja, der Portugieser ist kein Spätburgunder. Aber das muss er auch nicht sein.

Die Stärke liegt in der Leichtigkeit: In Zeiten, in denen Rotweine immer kraftvoller, alkoholreicher und komplexer werden, ist der Portugieser das Gegenmodell. Er sagt: "Wein muss nicht immer anstrengend sein. Manchmal reicht es, einfach nur lecker zu sein."

Der Trend geht zum Leichten: Tatsächlich beobachten wir seit einigen Jahren eine Gegenbewegung: Leichte Rotweine, gekühlte Rotweine, "easy drinking" – der Portugieser war immer schon ein Trendsetter, nur hat es niemand gemerkt.


Portugieser-Weißherbst: Eine pfälzische Institution

Wenn es einen Wein gibt, der zur Pfalz gehört wie der Pfälzerwald und die Weinstraße, dann ist es der Portugieser Weißherbst.

Was ist Weißherbst überhaupt? Weißherbst ist eine geschützte deutsche Bezeichnung für Roséwein aus einer einzigen roten Rebsorte. Im Gegensatz zu "Rosé" (der aus mehreren Sorten bestehen kann) ist Weißherbst immer reinsortig.

Warum Portugieser? Der Portugieser hat die perfekten Eigenschaften für Weißherbst:

  • Helle Beerenhaut = wenig Farbstoffe = zartes Rosa
  • Milde Säure = frisch ohne aggressiv zu sein
  • Fruchtige Aromen = Erdbeere, Himbeere, Johannisbeere
  • Niedriger Alkohol = perfekt für Sommertage

Die Weißherbst-Schorle: Pfälzer Nationalgetränk

Rezept:

  • 0,2 l Portugieser Weißherbst (trocken oder halbtrocken)
  • 0,2 l Mineralwasser (mit Kohlensäure)
  • Optional: Eiswürfel, Zitronenscheibe

Das Ergebnis: Erfrischend, spritzig, mit Geschmack aber nicht zu schwer. Perfekt für heiße Tage, Weinfeste oder einfach so.

Pfälzer Weisheit: "Ohne Schorle gehsch nemme fescht!" (Ohne Schorle gehst du nicht mehr fest – also: stabil.)


Portugieser und Essen: Die perfekten Pairings

Der Portugieser ist der vielseitigste Essensbegleiter, gerade WEIL er so zurückhaltend ist.

Zu Portugieser Rotwein:

  • Pfälzer Bratwurst – der Klassiker schlechthin
  • Flammkuchen – leichter Wein zu leichtem Essen
  • Pasta Pomodoro – Tomaten und leichter Rotwein harmonieren
  • Gegrilltes Gemüse – Zucchini, Paprika, Aubergine
  • Pizza – jede Sorte, Hauptsache nicht zu scharf

Zu Portugieser Weißherbst:

  • Salate mit Vinaigrette
  • Gegrillter Lachs oder Forelle
  • Geflügel (Hähnchen, Pute)
  • Asiatische Küche (süß-sauer funktioniert!)
  • Ziegenkäse mit Honig

Der Geheimtipp: Portugieser Weißherbst zur Erdbeertorte! Die Erdbeeraromen im Wein spiegeln sich im Kuchen – eine überraschend perfekte Kombination.


Die Zukunft: Hat der Portugieser noch eine Chance?

Die Zahlen sind ernüchternd: Der Spätburgunder hat in den letzten Jahren den Portugieser an Rebfläche überholt Pfälzer Wein. Wird der Portugieser verschwinden?

Unsere Prognose: Nein. Aber er wird sich verändern.

Chance 1: Die Klimawandel-Karte Bei zunehmender Wärme wird es schwieriger, leichte, frische Rotweine zu produzieren. Der Portugieser mit seiner frühen Reife könnte hier eine Antwort sein: Frühe Lese bei moderatem Zuckergehalt = leichte, trinkbare Weine mit Säure.

Chance 2: Der Trend zu "low alcohol" Weltweit wächst die Nachfrage nach Weinen mit weniger Alkohol. Der Portugieser kann das, ohne technische Tricks.

Chance 3: Die Weißherbst-Renaissance Rosé ist weltweit im Trend. Pfälzer Weißherbst ist authentisch, traditionell und hat Potenzial für internationalen Erfolg.

Die Herausforderung: Der Portugieser muss sein Image verbessern. Von "billiger Massenwein" zu "charmanter Alltagsbegleiter". Marketing ist gefragt!


Kaufberatung: So finden Sie guten Portugieser

Rotwein:

  • 5-8 €: Standard, völlig ausreichend für den Alltag
  • 8-12 €: Gute Qualität von seriösen Weingütern
  • 12+ €: Selten, aber existieren – meist alte Reben oder Barrique-Ausbau

Weißherbst:

  • 5-7 €: Basis-Qualität, für Schorle perfekt
  • 8-10 €: Premium-Weißherbst, als purer Wein genießbar
  • 10+ €: Sekt-Grundwein oder Spätlese-Qualität

Worauf achten:

  • Jahrgang: Immer jung kaufen! Portugieser ist kein Lagerwein.
  • Herkunft: "Aus der Pfalz" ist wichtig – hier ist er zu Hause
  • Trocken vs. Halbtrocken: Geschmackssache, aber für Schorle immer trocken!

Portugieser-Mythen aufgeklärt

Mythos 1: "Portugieser ist kein richtiger Rotwein" Falsch! Er ist nur ein LEICHTER Rotwein. Das ist kein Mangel, sondern ein Stil.

Mythos 2: "Portugieser hat keine Qualität" Kommt drauf an! Billig-Portugieser aus dem Supermarkt ist anders als Winzer-Portugieser von alten Reben. Qualität kostet – auch beim Portugieser.

Mythos 3: "Portugieser ist nur für Anfänger" Quatsch! Viele erfahrene Weintrinker schätzen gerade die Leichtigkeit und Unkompliziertheit. Nach einem schweren Spätburgunder ist ein Portugieser die perfekte Erfrischung.

Mythos 4: "Portugieser kann man nicht ernst nehmen" Doch, kann man. Nicht jeder Wein muss komplex und schwer sein. Manchmal ist Leichtigkeit die größte Kunst.


Fazit: Der unterschätzte Sympathieträger

Der Portugieser ist nicht der glamouröseste Wein der Pfalz. Aber er ist vielleicht der ehrlichste. Kein Chichi, keine Prätentionen, keine übertriebenen Versprechungen. Nur ein guter, unkomplizierter Wein für den Alltag.

Warum Sie Portugieser probieren sollten:

  • Perfekt für den Sommer (gekühlt!)
  • Hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Vielseitiger Essensbegleiter
  • Der authentischste Pfalz-Wein überhaupt

Für wen ist Portugieser gemacht?

  • Für Menschen, die Wein mögen, aber kein Drama brauchen
  • Für Sommertage und Weinfeste
  • Für alle, die "unkompliziert" nicht mit "minderwertig" verwechseln
  • Für Pfälzer und solche, die es werden wollen

Entdecken Sie unsere Portugieser-Auswahl

Leichte Rotweine und erfrischende Weißherbste direkt von pfälzischen Winzern – perfekt für jeden Tag und jede Gelegenheit.

👉 Jetzt Portugieser entdecken


Pfälzer Weisheit: "Dr Portugieser, der macht kää Theater – awwer ohne ihn wär's aa net schee!" (Der Portugieser macht kein Theater – aber ohne ihn wäre es auch nicht schön!)