Pithium - AUS DER AMPHORE - - Bassermann Jordan -
- Regulärer Preis“
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Weingut / Lieferant: Bassermann-Jordan
Typ: Weisswein
Art. Nr.: bassermann-38
Verfügbar: Verfügbar
Der Pithium von Weingut Bassermann Jordan in Deidesheim ist eine meisterhafte Kreation, die die altehrwürdige Tradition der Weinherstellung ehrt. Für diesen einzigartigen Wein werden handverlesene Trauben von Gewürztraminer und Grauburgunder sorgfältig ausgewählt und auf antike Art und Weise in Tongefäßen ausgebaut. Der lange Kontakt mit den ganzen Trauben während der Fermentation verleiht dem Wein nicht nur seine beeindruckende Struktur und bemerkenswerte Länge, sondern auch eine rebsortentypische Aromenfülle und einen charakteristischen Schmelz. Diese sorgfältige Herangehensweise unterstreicht die handwerkliche Expertise und die Innovationskraft von Bassermann Jordan, wodurch der Pithium zu einem wahren Highlight für Kenner und Liebhaber einzigartiger Weine wird.
enthält Sulfite
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Pithium - AUS DER AMPHORE - - Bassermann Jordan -
Wein-Steckbrief
- Jahrgang
- 2020
- Rebsorten
- Grauer Burgunder
- Weinbaubereich
- Mittelhaardt/Deutsche Weinstraße
- Weinort
- Deidesheim
- Alkoholgehalt
- 13 % vol
- Restzucker
- 0,2 g/l
- Säure
- 5.6 g/l
- Trinkempfehlung
- Der Pithium aus der Amphore von Bassermann Jordan ist ein trockener Weißwein, der perfekt zu leichten Fischgerichten, Meeresfrüchten oder sommerlichen Vorspeisen passt und bei geselligen Anlässen für erfrischte Genussmomente sorgt.
Weingut Geheimer Rat Dr. von Bassermann-Jordan – Über 300 Jahre Pfälzer Weinkultur auf Weltniveau
Das Weingut Geheimer Rat Dr. von Bassermann-Jordan ist im rheinland-pfälzischen Deidesheim in der Pfalz ansässig und produziert vorwiegend Rieslingweine auf einer Rebfläche von rund 50 Hektar. Als eines der traditionsreichsten und renommiertesten Weingüter Deutschlands steht der Name Bassermann-Jordan seit über drei Jahrhunderten für kompromisslose Qualität, terroirgeprägte Spitzenweine und die perfekte Symbiose aus Tradition und Innovation.
Eine Familiengeschichte, die den Pfälzer Weinbau prägte
Die Geschichte des Weinguts begann 1718, als der aus Cluses in Savoyen stammende Peter Jordan das Weingut gründete, das 1783 nach Deidesheim umzog. Den entscheidenden Wendepunkt markierte jedoch der junge Andreas Jordan (1775–1848), der nach dem Tod seiner Eltern im Alter von nur 20 Jahren das Weingut übernahm. Er revolutionierte den Weinbau in der Region und begründete den Qualitätsweinbau mit, indem er wegweisende Methoden einführte.
Andreas Jordan führte als erster Winzer in der heutigen Pfalz den Qualitätsweinbau ein: Er wartete den richtigen Zeitpunkt bei der Weinlese bis zur Edelfäule ab, unterschied konsequent die Rebsorten bei der Verarbeitung im Keller und bevorzugte edle Rebsorten wie Traminer und Riesling. Seine Innovationskraft zeigte sich auch darin, dass Jordan 1802 als Erster in der Pfalz den Namen der Weinlage „Deidesheimer Geheu" neben dem Jahrgang zur Kennzeichnung seiner Weine verwendete – ein revolutionärer Schritt, der die lagenspezifische Vermarktung begründete.
Durch strategische Zukäufe, besonders in Krisenjahren, konnte Jordan sein Weingut beträchtlich vergrößern. 1815 erwarb er den Ketschauer Hof in Deidesheim mitsamt einiger hervorragender Weinlagen. Bei der Ersten Allgemeinen Deutschen Industrieausstellung in München errang das Weingut die Große Denkmünze, da seine Weine die anderen pfälzischen qualitätsmäßig übertroffen hätten. Auch bei Weltausstellungen in Paris, Wien, Philadelphia und Melbourne wurden die Jordanschen Weine mit Medaillen geehrt.
Da Ludwig Andreas Jordan keinen männlichen Erben hatte, vollzog sein Schwiegersohn Emil Bassermann nach Jordans Tod 1883 mit Genehmigung des bayerischen Königs Ludwig II. die Namensänderung zu Bassermann-Jordan, um den legendären Namen zu bewahren. 1917 wurde Friedrich von Bassermann-Jordan in den Adelsstand erhoben, was dem Weingut seinen heutigen vollständigen Namen verlieh.
VDP-Mitgliedschaft seit 1910 – Ein Jahrhundert Spitzenqualität
Das Weingut ist seit 1910 Mitglied im Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP), einem der exklusivsten Zusammenschlüsse deutscher Spitzenweingüter. Diese über 115-jährige VDP-Mitgliedschaft unterstreicht die kontinuierlich hohe Qualität und das Engagement für terroirgeprägte Weine. Als Mitglied im VDP klassifiziert das Weingut nach der Qualitätspyramide des VDP die besten Lagen aus Forst und Deidesheim.
Viele alte Weinjahrgänge, darunter solche, die noch unter Andreas Jordan produziert wurden, wie der legendäre Kometenweinjahrgang 1811, sind noch immer in den Bassermann-Jordanschen Weinkellern gelagert. Das 1811er-Etikett der Burgunderflaschen von Bassermann-Jordan ist berühmt, da es zu den ältesten seiner Art gehört.
Erstklassige VDP.GROSSE LAGEN – Das Terroir der Spitzenklasse
Die Weinberge des Weinguts Bassermann-Jordan liegen in den allerbesten Lagen der Mittelhaardt. Mehr als 30 Prozent davon sind VDP Große Lagen wie Jesuitengarten, Hohenmorgen und Deidesheimer Paradiesgarten. Zu den legendären Einzellagen zählen außerdem das weltberühmte Forster Kirchenstück, der Forster Pechstein, das Forster Ungeheuer sowie der Deidesheimer Kalkofen – allesamt Namen, die bei Weinliebhabern weltweit höchste Wertschätzung genießen.
Die einzigartigen Lagen des Weinguts wie Forster Kirchenstück, Hohenmorgen und Jesuitengarten zählen zu den besten der Pfalz. Hier gedeihen die Reben auf mineralreichen Böden, die den Weinen ihre unverwechselbare Terroirnote verleihen. Die Böden bestehen aus Buntsandstein, Muschelkalk, Basalt und Lösslehm – jede Lage mit ihrer individuellen Charakteristik, die sich deutlich in den Weinen widerspiegelt.
Der Forster Riesling spiegelt den Charakter der pfälzer Weinberge rund um Forst wider. Mineralität und Frucht sind bei diesen Weinen ein großes Thema. Der Basalt speichert die Wärme, und das gespeicherte Wasser löst die Mineralstoffe aus dem Boden beziehungsweise dem Basalt. Der Deidesheimer Riesling zeigt mehr Eleganz und das auch schon in jungen Jahren. Der Ruppertsberger Riesling zeigt sich früh zugänglich und sehr oft mit blumigen Aromakomponenten – ein eleganter Wein mit weniger Säure.
Riesling als Königsdisziplin – Die Rebsortenvielfalt
Der Riesling ist und bleibt die Paradedisziplin des Weinguts Bassermann-Jordan. Die Rieslinge machen den größten Teil der Weißweine im Weingut in Deidesheim aus. Von kristallklaren, mineralischen Ortsweinen über charaktervolle Lagenweine bis hin zu monumentalen Großen Gewächsen reicht die Bandbreite. Jeder Riesling erzählt die Geschichte seiner Herkunft und spiegelt die Einzigartigkeit des Terroirs wider.
Doch auch die Burgundersorten spielen eine bedeutende Rolle im Sortiment: Weißburgunder, Grauburgunder, Spätburgunder und Chardonnay ergänzen das Portfolio. Der Sauvignon Blanc Fumé begeistert mit seinen Aromen, während die Cuvée „Deux Nez" – eine harmonische Verschmelzung von Cabernet Sauvignon und Merlot – die internationale Ausrichtung des Weinguts unterstreicht. Ergänzt wird das Sortiment durch Spezialitäten wie Gewürztraminer, Gelber Muskateller und Scheurebe.
Tradition trifft Moderne – Kellerwirtschaft auf höchstem Niveau
Im historischen Weinkeller in Deidesheim reifen im jahrhundertelang gewachsenen Sandsteingewölbe kostbare Weine traditionell im Holzfass. Diese fast einen Kilometer langen Gewölbekeller sind das Herzstück der Weintradition und verleihen den Weinen ihre besondere Reife und Komplexität. Der Sekt von Bassermann-Jordan wird in traditioneller Flaschengärung hergestellt, was höchste Qualität und feinste Perlage garantiert.
In der modernen Kelter- und Kellerbetriebstätte hingegen wird der Wein auf höchstem technischem Niveau in moderner, fruchtbetonter Richtung ausgebaut. Dabei wird großer Wert auf eine behutsame, natürliche Gärung ohne künstliche Zusatzstoffe gelegt. Die Anbaumethoden, Vinifikation und Reifung der pfälzer Weiß- und Rotweine findet hier auf höchstem Niveau statt.
Das Weingut legt großen Wert auf nachhaltige und qualitätssteigernde Anbaumethoden. Behutsame Handlese, biologischer Pflanzenschutz und der Einsatz natürlicher Präparate sind feste Bestandteile der Philosophie des Hauses. Die Qualitätsweine bleiben so lange wie möglich auf der Feinhefe liegen, was ihnen zusätzliche Cremigkeit und Komplexität verleiht.
VDP.GROSSE GEWÄCHSE – Die Krönung des Sortiments
Das VDP.GROSSE GEWÄCHS aus der Pfalz stellt die besten trockenen Prädikatsweine im Weingut in Deidesheim dar. Die Rebsorten (Weißburgunder, Riesling und Spätburgunder), die maximale Erntemenge und die Lagen als VDP.GROSSE LAGE sind festgelegt. Die Großen Gewächse von Bassermann-Jordan zählen zu den gefragtesten deutschen Weinen und werden von Kritikern regelmäßig mit Höchstbewertungen ausgezeichnet.
Legendäre Große Gewächse wie der Riesling aus dem Forster Kirchenstück, dem Forster Pechstein, dem Forster Ungeheuer, dem Deidesheimer Kalkofen oder dem Ruppertsberger Reiterpfad verkörpern die absolute Spitze des deutschen Weinbaus. Diese Weine vereinen Kraft und Eleganz, Mineralität und Frucht, Komplexität und Trinkfluss in vollendeter Harmonie.
Stilvielfalt für jeden Weinliebhaber
Das Ergebnis sind Weine mit viel Charakter und Tiefe. Sie reichen von terroirbetonten, mineralischen Klassikern, die nachhaltig und lagerfähig sind, bis hin zu modernen, feinfruchtigen und expressiven Tropfen. So bietet das Weingut eine beeindruckende Stilvielfalt, die sowohl Traditionsliebhaber als auch moderne Genießer begeistert.
Das Sortiment umfasst unkomplizierte Gutsweine für den täglichen Genuss, charaktervolle Ortsweine aus Deidesheim, Forst und Ruppertsberg, terroirspezifische Lagenweine sowie die monumentalen Großen Gewächse. Hinzu kommen edelsüße Auslesen und Spätlesen, prickelnde Sekte in traditioneller Flaschengärung sowie moderne Interpretationen wie der frische Blanc de Noir Rosé und der lebendige Secco.
Ein Weingut mit Geschichte und Zukunft
Im Jahr 2002 veräußerte die Eigentümerfamilie das Weingut an den Neustadter Unternehmer Achim Niederberger (1957–2013), zu dessen Unternehmensgruppe es seitdem gehört. Unter dieser Führung wurde der historische Ketschauer Hof zu einem exklusiven Hotel- und Restaurantkomplex ausgebaut, der heute Weinkultur und gehobene Gastronomie auf höchstem Niveau vereint.
Das Weingut Dr. von Bassermann-Jordan ist nicht nur Wein einer einzelnen Person. Die Zusammenarbeit vieler Einzelner und Freude an der Weiterentwicklung der Vision ermöglicht erst den Erfolg. Bei Bassermann-Jordan steht die Traube im Vordergrund, um außergewöhnliche Spitzenweine zu kreieren. Und dafür braucht es vor allem Lesegut aus den besten Weinlagen der Pfalz und viel Zeit. So entstehen außergewöhnliche Weine, die noch lange in Erinnerung bleiben.
Erleben Sie Pfälzer Weingeschichte
Das Weingut bietet Weinliebhabern die Möglichkeit, die faszinierende Geschichte hautnah zu erleben. In der Vinothek können Weine verkostet und gekauft werden, während Führungen durch die historischen Kellergewölbe einzigartige Einblicke in über 300 Jahre Weinbaugeschichte gewähren.
Entdecken Sie bei pfalzweinshop.de die legendären Weine des Weinguts Geheimer Rat Dr. von Bassermann-Jordan – über drei Jahrhunderte Pfälzer Weinkultur, VDP-Qualität seit 1910 und Spitzenweine aus den besten Lagen Deutschlands. Von klassischen Rieslingen bis zu monumentalen Großen Gewächsen – jede Flasche erzählt die Geschichte eines außergewöhnlichen Terroirs.
Die Erfolgsgeschichte einer Burgunderrebsorte in der Pfalz
Grauburgunder, traditionell auch als Ruländer bekannt, gehört zu den großen Erfolgsgeschichten des pfälzischen Weinbaus. Mit über 1.700 Hektar Rebfläche ist die Pfalz das bedeutendste Anbaugebiet für diese edle Burgunderrebsorte in Deutschland. Was in den 1980er Jahren noch eine Nischenrolle spielte, hat sich zu einer der gefragtesten Weißwein-Kategorien entwickelt – und pfälzische Winzer haben maßgeblich zu diesem Erfolg beigetragen.
Die Rebsorte Grauburgunder (Pinot Gris) ist eine Mutation des Spätburgunders und zeigt charakteristische grau-rosa bis blau-violette Beerenschalen. Diese besondere Färbung verleiht auch den Weinen oft einen goldenen bis kupferfarbenen Ton, der sie optisch von anderen Weißweinen unterscheidet. Das warme, sonnenverwöhnte Klima der Pfalz ermöglicht vollreife Trauben mit hoher physiologischer Reife – die perfekte Grundlage für körperreiche, aromatische Grauburgunder mit Fülle, Schmelz und Komplexität.
Von frischen, fruchtbetonten Alltagsweinen über kraftvolle Ortsweine bis zu barriqueausgebauten Spitzengewächsen – pfälzischer Grauburgunder deckt eine beeindruckende Stilvielfalt ab und beweist seine große Wandlungsfähigkeit.
Grauburgunder vs. Ruländer: Zwei Namen, zwei Stile
In Deutschland existieren zwei Bezeichnungen für die gleiche Rebsorte, die unterschiedliche Weinstile repräsentieren:
Grauburgunder bezeichnet den modernen, trockenen Ausbau. Diese Weine sind:
- Trocken ausgebaut (meist unter 9 g/l Restzucker)
- Frisch und elegant mit lebendiger Säure
- Oft im Edelstahl oder neutralen Holz ausgebaut
- Fokus auf primäre Frucht und Sortentypizität
- Als Essensbegleiter konzipiert
Ruländer steht für die traditionelle, restsüße Variante:
- Mit merklicher Restsüße (meist 15-40 g/l)
- Vollmundiger, opulenter Stil
- Goldgelbe Farbe, reife Fruchtaromen
- Oft aus spätgelesenen, überreifen Trauben
- Mehr als Solowein oder zu Desserts geeignet
In der modernen pfälzischen Weinproduktion dominiert klar der trockene Grauburgunder-Stil, während Ruländer eine Spezialität für besondere Anlässe und Liebhaber traditioneller Weinstile bleibt.
Terroir und Klima: Ideale Bedingungen in der Pfalz
Das warme, mediterran geprägte Klima der Pfalz mit durchschnittlich 1.800 Sonnenstunden pro Jahr schafft perfekte Voraussetzungen für Grauburgunder. Die Rebsorte liebt Wärme und erreicht in der Pfalz regelmäßig vollständige physiologische Reife – Voraussetzung für die charakteristische Fülle und den Schmelz pfälzischer Grauburgunder.
Bodenvielfalt als Qualitätsfaktor:
Löss und Lehm: Die fruchtbaren Löss- und Lehmböden der Rheinebene und unteren Lagen bringen körperreiche, fruchtbetonte Grauburgunder mit Fülle und Substanz hervor. Diese Böden speichern Wasser und Nährstoffe und ermöglichen kraftvolle, zugängliche Weine.
Kalkstein: Kalksteinböden in der Mittelhaardt verleihen den Weinen zusätzliche Mineralität, Struktur und Frische. Grauburgunder von Kalkstein zeigen mehr Spannung und Eleganz bei gleichzeitiger Fülle.
Buntsandstein: Die durchlässigen, warmen Buntsandsteinböden am Haardtrand fördern elegante, würzige Grauburgunder mit feiner Mineralität und zurückhaltender Frucht.
Sand- und Kiesböden: Sorgen für frühe Erwärmung und gute Drainage, was besonders in kühleren Jahren von Vorteil ist. Grauburgunder von sandigen Böden zeigen oft eine besondere Feinheit und Delikatesse.
Die Weinberge liegen überwiegend in Süd- bis Südwest-Ausrichtung und profitieren von maximaler Sonneneinstrahlung – ideal für eine Rebsorte, die Wärme schätzt und vollständige Reife benötigt.
Rebsorten-Charakteristik: Was macht Grauburgunder besonders?
Grauburgunder ist eine dankbare, aber auch anspruchsvolle Rebsorte mit besonderen Eigenschaften:
Früher Austrieb: Die Rebsorte treibt früh aus und ist daher spätfrostgefährdet. In der Pfalz mit ihrem milden Klima ist dieses Risiko jedoch geringer als in kühleren Regionen.
Kompakte Trauben: Die dicht gepackten Trauben sind anfällig für Botrytis und Fäulnis, besonders in feuchten Jahren. Sorgfältige Laubarbeit für gute Durchlüftung ist essentiell.
Hohe Zuckergrade: Grauburgunder erreicht in der Pfalz regelmäßig hohe Mostgewichte und damit höhere Alkoholgrade als viele andere Weißweinsorten. Moderne Winzer achten auf optimales Lesezeitpunkt-Management, um Balance zu wahren.
Neutrale Aromatik: Im Vergleich zu aromatischen Sorten wie Gewürztraminer oder Muskateller ist Grauburgunder aromatisch zurückhaltender und subtiler – ein Vorteil für Essensbegleitung und Terroirausdruck.
Oxidationsfreudigkeit: Die Rebsorte neigt zur schnellen Oxidation, was bei unsachgemäßer Verarbeitung zu flachen, bitteren Weinen führen kann. Professionelle Kellertechnik und schnelle, schonende Verarbeitung sind daher besonders wichtig.
Weinbergspflege: Qualität beginnt im Rebstock
Hochwertige Grauburgunder erfordern sorgfältige Weinbergsarbeit:
Ertragsregulierung: Während Basisweine mit 80-100 hl/ha auskommen, werden bei Spitzenweinen Erträge von 50-60 hl/ha angestrebt. Durch frühzeitiges Ausdünnen wird die Konzentration erhöht.
Intensive Laubarbeit: Die kompakten Trauben benötigen gute Durchlüftung. Entblättern der Traubenzone fördert Luftzirkulation und beugt Fäulnis vor. Gleichzeitig müssen die Trauben vor zu viel direkter Sonne geschützt werden, um Sonnenbrand zu vermeiden.
Optimaler Lesezeitpunkt: Die Kunst besteht darin, den perfekten Moment zu finden: Ausreichend physiologische Reife für Fülle und Aromatik, aber noch genügend Säure für Frische und Balance. In warmen Jahren eine besondere Herausforderung.
Selektive Handlese: Bei Spitzenweinen werden die Trauben von Hand gelesen und bereits im Weinberg vorsortiert. Nur vollreife, gesunde Trauben gelangen in den Keller.
Ausbau: Zwischen Stahl und Holz
Der Ausbau von Grauburgunder erfolgt in der Pfalz auf unterschiedliche Weise, je nach gewünschtem Stil:
Edelstahl-Ausbau:
Die Mehrheit pfälzischer Grauburgunder reift im Edelstahltank. Diese Methode:
- Bewahrt primäre Fruchtaromen
- Sorgt für Frische und Lebendigkeit
- Zeigt klare, präzise Sortentypizität
- Ist ideal für fruchtbetonte, zugängliche Weine
Temperaturkontrollierte Gärung bei 16-18°C verhindert Aromaverluste und sorgt für saubere, klare Weine.
Ausbau im großen Holzfass:
Traditionelle Holzfässer (Stückfass, Fuder) ermöglichen:
- Mikrooxidation für harmonische Entwicklung
- Zusätzliche Komplexität ohne Holzaromen
- Cremigere Textur durch langsame Reifung
- Mehr Struktur und Lagerfähigkeit
Viele Spitzenwinzer bevorzugen diese traditionelle Methode für ihre Ortsweine und Lagenweine.
Barrique-Ausbau:
Für kraftvolle, ambitionierte Grauburgunder setzen manche Winzer auf Barrique (kleine Eichenfässer, 225 Liter):
- Verleiht zusätzliche Komplexität und Struktur
- Bringt Noten von Vanille, Butter, Röstaromen
- Erhöht Lagerfähigkeit und Alterungspotenzial
- Verleiht cremige, opulente Textur
Der Neuholzanteil variiert zwischen 10-50%, je nach gewünschter Holz-Intensität. Meist wird nur partiell im Barrique ausgebaut und später mit Edelstahl-Anteilen assembliert.
Spontangärung:
Immer mehr Qualitätswinzer setzen auf Spontangärung mit wilden Hefen:
- Fördert Komplexität und Individualität
- Authentischerer Terroir-Ausdruck
- Lebendigere, vielschichtigere Weine
- Erfordert Erfahrung und sichere Kellerführung
Hefelager:
Längere Lagerung auf der Feinhefe (sur lie) über Monate:
- Verleiht cremige, buttrige Textur
- Bringt zusätzliche Komplexität (Brioche, Nuss)
- Schützt vor Oxidation
- Erhöht Mundgefühl und Struktur
Besonders bei barriqueausgebauten Spitzenweinen ist langes Hefelager Standard.
Geschmacksprofile und Aromenspektrum
Pfälzischer Grauburgunder präsentiert sich in unterschiedlichen Stilistiken:
Fruchtig-frischer Stil (Edelstahl):
- Aromen: Birne, Apfel, Pfirsich, Zitrusfrüchte
- Leicht bis mittelschwer im Körper
- Lebendige Säure, erfrischend
- Ideal als Aperitif oder zu leichten Speisen
Klassischer Stil (großes Holzfass):
- Aromen: Reife Birne, gelber Apfel, Honigmelone, Nuss
- Mittelschwerer bis voller Körper
- Cremige Textur, harmonische Säure
- Vielseitiger Essensbegleiter
Kraftvoller, barriqueausgebauter Stil:
- Aromen: Reife Steinfrüchte, Butter, Vanille, Brioche, Röstaromen
- Voller, opulenter Körper
- Cremig-samtige Textur
- Komplex, vielschichtig, langlebig
- Partner für gehobene Küche
Ruländer (restsüß):
- Aromen: Überreife Früchte, Honig, kandierte Früchte, exotische Noten
- Goldgelbe Farbe
- Üppig, vollmundig, opulent
- Zu Desserts oder als Meditation
Mineralische Komponenten:
Je nach Terroir zeigen pfälzische Grauburgunder auch:
- Rauchige Noten (besonders auf Buntsandstein)
- Salzige Mineralität
- Würzige Kräuternoten
- Feine Bitterkeit im Abgang (charakteristisch für die Sorte)
Qualitätsstufen: Vom Gutswein zur Reserve
Gutsweine:
Unkomplizierte, fruchtbetonte Grauburgunder für den täglichen Genuss. Im Edelstahl ausgebaut, frisch und zugänglich. Preis: 6-10 Euro.
Ortsweine:
Aus den besten Lagen einer Gemeinde, mit deutlicherem Terroir-Charakter. Oft im großen Holzfass ausgebaut, mehr Tiefe und Struktur. Preis: 10-18 Euro.
Lagenweine:
Aus renommierten Einzellagen, terroirgeprägt und komplex. Oft mit Barrique-Anteil, lagerfähig und vielschichtig. Preis: 18-35 Euro.
Große Gewächse (GG):
Die Spitze trockener Grauburgunder aus VDP-Lagen. Minimaler Ertrag, höchste Selektionsstufe, anspruchsvoller Ausbau. Diese Weine können mit burgundischen Weißweinen konkurrieren. Preis: 30-70 Euro.
Auslese/Ruländer:
Restsüße Spezialitäten aus spätgelesenen, überreifen Trauben. Opulent, komplex und langlebig. Preis: 15-40 Euro.
Kulinarische Vielseitigkeit
Grauburgunder ist ein hervorragender Essensbegleiter mit großer Vielseitigkeit:
Leichte, edelstahlausgebaute Grauburgunder:
- Spargel (klassische Kombination!)
- Salate mit Ziegenkäse
- Leichte Fischgerichte
- Meeresfrüchte, Garnelen
- Frühlingsgemüse
- Asiatische Küche (mild)
Kraftvolle, holzgereifte Grauburgunder:
- Gebratener Fisch (Steinbutt, Zander, Lachs)
- Geflügel in cremigen Saucen
- Kalbfleisch, Schweinebraten
- Risotto und cremige Pasta
- Pilzgerichte
- Käse (Comté, Gruyère, gereifter Gouda)
Barrique-Grauburgunder:
- Hummer und edle Krustentiere
- Foie gras
- Kräftige Fischgerichte (Kabeljau, Seeteufel)
- Weiße Trüffel
- Gourmetküche mit cremigen Komponenten
Ruländer:
- Obstkuchen und Tartes
- Blauschimmelkäse
- Foie gras
- Pur als Meditation
Die optimale Serviertemperatur liegt bei 10-12°C – nicht zu kalt, damit sich die Aromen entfalten können.
Spargel und Grauburgunder: Eine perfekte Ehe
Die Kombination von Grauburgunder und Spargel gilt als eine der klassischsten und gelungensten im deutschen Weinbau. Warum passt das so perfekt?
- Die cremige Textur des Grauburgunders harmoniert mit der seidigen Struktur des Spargels
- Die moderate Säure überfordert das delikate Spargelaroma nicht
- Nussige Noten im Wein ergänzen die feinen Bitternoten des Spargels
- Der mittlere Körper des Weins passt zum Gewicht des Gerichts
- Sowohl Wein als auch Spargel sind Frühlingsboten und werden zur gleichen Zeit genossen
Ob weißer oder grüner Spargel, mit Sauce Hollandaise, Butter oder Schinken – pfälzischer Grauburgunder ist der ideale Partner.
Alterungspotenzial und Lagerung
Grauburgunder ist nicht unbedingt als Langzeit-Lagerwein konzipiert, aber hochwertige Exemplare können durchaus altern:
- Gutsweine: 2-3 Jahre
- Ortsweine: 3-5 Jahre
- Lagenweine: 5-8 Jahre
- Große Gewächse, barriqueausgebaut: 8-15 Jahre
- Ruländer Auslese: 10-20 Jahre
Bei optimaler Lagerung (kühl, dunkel, liegend, 10-12°C) entwickeln sich die Weine: Die Frucht wird komplexer, Honignoten treten hervor, die Textur wird cremiger und die Weine gewinnen an Harmonie.
Allerdings sind die meisten Grauburgunder auf früheren Genuss ausgelegt und zeigen ihre besten Qualitäten in den ersten Jahren nach der Ernte.
Bio und Nachhaltigkeit
Immer mehr pfälzische Grauburgunder-Produzenten arbeiten nach biologischen oder biodynamischen Prinzipien. Die robuste Sorte eignet sich gut für ökologischen Anbau, auch wenn die kompakten Trauben in feuchten Jahren Herausforderungen mit sich bringen.
Bio-Grauburgunder zeichnen sich oft durch:
- Klareren Fruchtausdruck
- Authentischeren Terroir-Charakter
- Lebendigere Struktur
- Bessere Bekömmlichkeit (weniger Schwefel)
Grauburgunder international: Elsass und Italien
Zum Verständnis pfälzischer Grauburgunder hilft ein Blick über die Grenzen:
Elsass (Pinot Gris):
Die französischen Nachbarn kultivieren die gleiche Rebsorte mit großem Erfolg. Elsässische Pinot Gris sind oft noch kraftvoller und opulenter als pfälzische, mit höherem Alkohol und reicherer Textur. Sie waren historisch Vorbilder für pfälzische Winzer.
Italien (Pinot Grigio):
In Norditalien dominiert ein völlig anderer Stil: Leicht, frisch, säurebetont und unkompliziert. Diese Weine haben wenig mit pfälzischem Grauburgunder gemein, zeigen aber die Wandlungsfähigkeit der Sorte.
Pfälzischer Grauburgunder positioniert sich zwischen diesen Extremen: Fülliger als Pinot Grigio, aber frischer als elsässischer Pinot Gris – ein eigenständiger, ausbalancierter Stil.
Preis-Leistung
Pfälzischer Grauburgunder bietet hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis und macht qualitativ hochwertige Weißweine für breite Schichten zugänglich. Im Vergleich zu burgundischen Weißweinen (Meursault, Puligny-Montrachet) kosten pfälzische Grauburgunder einen Bruchteil bei oft vergleichbarer Qualität.
Fazit: Vielseitigkeit mit Charakter
Grauburgunder hat sich in der Pfalz zu einer der wichtigsten und vielseitigsten Weißwein-Rebsorten entwickelt. Die Kombination aus idealem Klima, vielfältigen Terroirs und handwerklichem Können hat Weine hervorgebracht, die von unkompliziert-frisch bis komplex-vielschichtig reichen.
Ob als erfrischender Sommerwein, als vielseitiger Essensbegleiter oder als kraftvolles Spitzengewächs – pfälzischer Grauburgunder bietet für jeden Geschmack und Anlass den passenden Wein. Die Fülle und der Schmelz, die charakteristisch für die Sorte sind, werden in der sonnenverwöhnten Pfalz perfekt zur Entfaltung gebracht.
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