Grauburgunder trocken Bissersheimer Orlenberg - Gabel - Lagenwein
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€18,00
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Weingut / Lieferant: Gabel
Typ: Weisswein
Art. Nr.: gabel-002
Verfügbar: Verfügbar
Mindestbestellmenge 6 Flaschen
In der Nase entfaltet der Grauburgunder Orlenberg vom Weingut Gabel die ganze Aromenbreite von reifen Äpfeln und Birnen, kombiniert mit würzigen Tönen sowie etwas rauchigen und röstigen Noten. Am Gaumen zeigt der Wein seine volle Fülle und den enormen Schmelz. Ein kräftiger Weißwein mit einem sehr langen Nachgeschmack, der perfekt zu kräftigen Fleischgerichten kombiniert werden kann.
enthält Sulfite
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Grauburgunder trocken Bissersheimer Orlenberg - Gabel - Lagenwein
Wein-Steckbrief
- Jahrgang
- 2021
- Rebsorten
- Grauer Burgunder
- Geschmack
- trocken
- Weinbaubereich
- Mittelhaardt/Deutsche Weinstraße
- Weinort
- Herxheim a. Berg
- Lage
- Bissersheimer Orlenberg
- Alkoholgehalt
- 13 % vol
- Restzucker
- 5,8 g/l
- Säure
- 6.2 g/l
- BIO-Wein
- Ja
- Trinkempfehlung
- Der Grauburgunder trocken Bissersheimer Orlenberg passt perfekt zu leichten Fischgerichten, sommerlichen Salaten oder als erfrischender Begleiter bei geselligen Anlässen im Freien.
Weingut Gabel – Über 360 Jahre Burgundertradition und Biowinzerei in Herxheim am Berg
Seit über 360 Jahren ist das Weingut Gabel in Familienbesitz. Von Vater zu Sohn wurde die Liebe zur Natur immer weitergegeben, zusammen mit der Lehre über eine verantwortungsvolle Landwirtschaft zum Erhalt der eigenen Ressourcen. Das Weingut, direkt an der Deutschen Weinstraße gelegen, befindet sich in der historischen Weinbaugemeinde Herxheim am Berg. Die Familientradition zum Weinbau reicht bis in das Jahr 1665 zurück. Heute führt Oliver Gabel das traditionsreiche Familienweingut in der 13. Generation und setzt neue Maßstäbe im ökologischen Weinbau der Pfalz.
Höchstgelegenes Weindorf an der Deutschen Weinstraße
Im höchstgelegenen Weindorf an der deutschen Weinstraße, in Herxheim am Berg, haben Oliver und Lena Gabel den Betrieb auf ökologischen Weinbau umgestellt und sind einer von 300 Partnerbetrieben Naturschutz des Landes Rheinland-Pfalz, mit der Zielsetzung eine intakte Kulturlandschaft zu erhalten. Diese exponierte Lage auf 250 Metern über dem Meeresspiegel bietet ideale Voraussetzungen für Weinbau mit ausgezeichneter Belüftung und optimaler Sonneneinstrahlung.
1800 Sonnenstunden im Jahr und eine geringe Niederschlagsmenge bieten dem Rebstock ideale Wachstumsbedingungen. Das besondere Mikroklima der Mittelhaardt kombiniert mit den exponierten Höhenlagen schafft perfekte Bedingungen für langsam reifende, aromatische Trauben mit hoher physiologischer Reife.
Burgunderspezialist mit 70 Prozent Burgunderanteil
Die Liebe zu den Burgunderrebsorten entwickelte sich während der „Wanderjahre" und heute gehören 70 Prozent der angepflanzten Reben zur Burgunderfamilie. Verantwortlich zeigt sich dafür Winzer Oliver Gabel, der in der 13. Generation den Weinstil des Familienweinguts formt. Seine Passion sind rote und weiße Burgundersorten, die 70 Prozent des Anbaus ausmachen und auf den Kalkböden rund um Herxheim am Berg den idealen Standort haben.
Für uns sind sie wahre Burgunder-Spezialisten, die so manche großen Namen in den Schatten stellen können. Jung, noch etwas ungestüm wachsen vor allem die Lagenweine mit der Reife zu echten Größen hin. Diese Entwicklung unterstreicht das außergewöhnliche Lagerpotenzial der Gabel-Burgunderweine.
Falstaff würdigt mit drei Sternen
Oliver Gabel erhielt vom Falstaff Weinguide den dritten Stern. Der Weißburgunder aus dem Herxheimer Kirchenstück hat die Verkoster mit seiner Dichte und seiner mineralischen Salzigkeit fasziniert, der Spätburgunder aus der Lage Honigsack ist ein höchst gelungener Gegenentwurf zum Klischee der Pfälzer Wucht: Dieser Wein ist ungemein fein ziseliert und hat dabei zugleich Statur und Länge. Auch die Sekte werden immer besser.
Diese Auszeichnung mit drei Sternen im renommierten Falstaff Weinguide Deutschland ist eine besondere Anerkennung für die konstant hohe Qualität und die klare Stilistik der Weine. Die Falstaff-Bewertungen für einzelne Weine erreichen bis zu 96 Punkte, was Weltklasse-Niveau bedeutet.
Ökologischer Weinbau und Nachhaltigkeit
Das, was eine Winzergeneration nach der nächsten seit dem 17. Jahrhundert wie selbstverständlich betrieben hat, bekam eine moderne Bezeichnung: nachhaltig wirtschaften. Konkret das Wissen über den Boden, auf dem die Reben wachsen. Die Erfahrung habe gezeigt, dass nachhaltige Bodenbewirtschaftung und lebendige Begrünung nicht nur die Natur bewahren, sondern auch deutlich bessere Weine ergeben.
Aus dem 2019er Jahrgang wurden die ersten offiziellen Bio-Weine vinifiziert. Die Umstellung auf biologischen Weinbau war für die Familie Gabel ein logischer Schritt, der ihre jahrhundertealte Philosophie der Naturnähe konsequent fortsetzt. „Es ist unser Bekenntnis zur Tradition, dass wir unseren Kindern gesunde Weinberge und Gärten erhalten möchten." Gelebte Nachhaltigkeit, selektive Handlese, „individueller" Ausbau der Weine je nach Lage und Charakter im Keller sind die wichtigen und richtigen Schritte um den kompromisslosen Qualitätsanspruch der Familie Gabel umzusetzen.
Erstklassige Weinlagen an der Mittelhaardt
Die Weine stammen aus einigen der bekanntesten Lagen des Bereiches Mittelhaardt, nämlich Herxheimer Honigsack, Herxheimer Himmelreich und Herxheimer Kirchenstück, sowie Bissersheimer Steig und Bissersheimer Orlenberg, Kirchheimer Schwarzerde und Kirchheimer Steinacker.
Eine der wichtigsten Lagen im Weingut Gabel ist die Weinlage Himmelreich auf einem südlich geneigten Hang. Hier verbinden sich tertiäre Kalksteinverwitterung, Löss und sandiger Lehm zu hochwertigsten Böden. Ebenso interessant ist die Weinlage Kirchenstück aus kalkhaltigem Lösslehm und tertiärem Kalkstein.
Auf den steinigen, kalkhaltigen, teilweise mit Lehm und Ton vermischten Böden wachsen Sauvignon Blanc, Riesling, Burgunderrebsorten und Blaufränkisch. Die Kalkböden sind ideal für Burgundersorten, da sie den Weinen Mineralität, Struktur und ein elegantes Säurespiel verleihen.
130 Jahre alte Holzfässer – Traditioneller Ausbau
Die 130 Jahre alten Holzfässer aus Familienbesitz bieten den optimalen Raum für die darin spontan vergärenden und reifenden Weine. Ungeschönte und ausdrucksstarke Spätburgunder, Weißburgunder und Grauburgunder entstehen je nach Lage durch 12-24-monatige Lagerung im kleinen Holzfass und Barriques.
Diese historischen Fässer sind ein kostbares Familienerbe und tragen maßgeblich zur Charakterbildung der Weine bei. Traditionell und gleichzeitig nachhaltig modern, ist der lange Ausbau eines Großteils der Weine in bis zu 130 Jahre alten Holzfässern. Die Spontanvergärung mit natürlichen Hefen und der lange Ausbau auf der Feinhefe verleihen den Weinen zusätzliche Komplexität, Cremigkeit und Tiefe.
Weißburgunder – Mineralische Eleganz mit Salzigkeit
Die Weißburgunder des Weinguts Gabel gehören zu den besten der Pfalz. Die Trauben für den Weißburgunder Tradition werden in mehreren Lesedurchgängen von Hand gelesen. Nach dem Pressen vergärt der Wein teilweise im klassischen Pfälzer Stückfass und teilweise in französischen Tonneaux.
Der Weißburgunder Steig präsentiert sich kräftig mit unverkennbaren Röstaromen, Kraft, Fülle und Geschmeidigkeit. Der Weißburgunder aus dem Herxheimer Kirchenstück zeigt laut Falstaff eine beeindruckende Dichte und mineralische Salzigkeit, die ihn zu einem herausragenden Lagewein macht.
Der Weißburgunder trocken entfaltet in der Nase einen Duft von weißen Blüten und hellgelber Frucht wie Mirabelle und Weinbergspfirsich. Im Mund findet man Aromen von reifen Birnen und Mirabelle, kombiniert mit einer eleganten Säure. Ein perfekter Begleiter für leichte Vorspeisen.
Spätburgunder – Feinziselierte Eleganz statt Wucht
Die Spätburgunder des Weinguts Gabel setzen bewusst auf Finesse statt auf Kraft. Der Spätburgunder Honigsack ist laut Falstaff "ungemein fein ziseliert" und bietet dennoch Statur und Länge. Der elegante Spätburgunder trocken mit Aromen von frischer Himbeere und Kirsche sowie dezent würzigen Noten ist ein Genuss für jeden Rotweinliebhaber.
Die Rotweine reifen 12 bis 24 Monate in kleinen Holzfässern und Barriques, was ihnen Struktur, feine Tannine und Komplexität verleiht. Die Balance zwischen Frucht, Würze und Eleganz macht die Gabel-Spätburgunder zu herausragenden Vertretern ihrer Art.
Grauburgunder – Kraft und Tiefe
Die Grauburgunder profitieren wie alle Burgundersorten von den kalkhaltigen Böden und dem langen Ausbau in alten Holzfässern. Sie zeigen sich mit ihrer goldgelben Farbe, den Aromen von reifen Birnen, Honigmelone und Nüssen sowie ihrer vollen, runden Textur als charakterstarke Weißweine mit Lagerpotenzial.
Riesling – Kalksteinböden und Mineralität
Die Trauben für den Riesling trocken von Weingut Gabel sind auf Kalksteinböden gewachsen. Der Wein ist spontan in den großen alten Holzfässern vergoren und durfte bis im Frühjahr auf der Hefe liegen. In der Nase verführt der typische Rieslingduft mit einer großen Aromenvielfalt von Weinbergspfirsich, Citrus und reifem Apfel, kombiniert mit steinigen, mineralischen Anklängen.
Die Rieslinge zeigen die typische Kalksteinmineralität der Herxheimer Lagen und beweisen, dass auch in einem Burgunder-dominierten Weingut herausragende Rieslinge entstehen können.
Sauvignon Blanc – Grüne Frische mit Eleganz
Der Sauvignon Blanc trocken vom Weingut Gabel hat einen verlockenden Duft von frischen grünen Aromen wie Stachelbeere und frisch geschnittenem Gras. Der Sauvignon Blanc ergänzt das Sortiment perfekt mit seiner lebendigen Frische und seiner charakteristischen Aromatik.
Blaufränkisch HELD – Rotwein mit Charakter
Für den Blaufränkisch HELD vom Weingut Gabel wurden die Weinbergsarbeiten konsequent auf Qualität ausgerichtet, die Erträge drastisch reduziert und die Trauben von Hand in kleine Kisten gelesen. Der Wein wurde offen auf der Maische vergoren, 18 Monate im Barrique ausgebaut und unfiltriert gefüllt. Der Blaufränkisch Held duftet fein nach schwarzen Beeren und Kirschen mit einem Hauch von Vanille, zeigt im Mund kräutrig-kühle Würze, ist ganz der elegante Typ.
Diese Spezialität zeigt die Experimentierfreude und das Können von Oliver Gabel, auch mit weniger verbreiteten Rebsorten außergewöhnliche Weine zu kreieren.
Das 1-3 Gabel-System für jeden Geschmack
Die Unterteilung in ein „1-3 Gabel"-System erleichtert das Finden des passenden Weines für jeden Geschmack und Anlass. Dieses clevere Klassifizierungssystem hilft Weinliebhabern, schnell den passenden Wein zu finden – von unkomplizierten Alltagsweinen bis zu anspruchsvollen Lagenweinen.
Rebsortenvielfalt aus Tradition und Innovation
Der Weißweinanteil beträgt 50 Prozent, der Rotweinanteil 50 Prozent bei einer bewirtschafteten Fläche von circa 30 Hektar. Angebotene Weißwein-Rebsorten sind unter anderem Riesling, Sauvignon Blanc, Scheurebe, Chardonnay, Weißer und Grauer Burgunder sowie Gewürztraminer. Bei den Rotweinen werden Spätburgunder, Cabernet Franc, Merlot, St. Laurent, Dornfelder und Portugieser angebaut.
Handarbeit und Qualitätsphilosophie
Die Ernte erfolgt über eine selektive Handlese, gefolgt von einer schonenden Pressung und langsamer Gärung. Die Reifung findet in traditionellen Holzfässern statt. Durch Maßnahmen zur Gesunderhaltung der Böden und Weinstöcke, oft verbunden mit viel Handarbeit, finden hochwertige Trauben hier optimale Wachstumsbedingungen. Eine möglichst späte Ernte zur Erzielung der Vollreife der Trauben und eine selektive Lese sind weitere Faktoren der sorgsamen Behandlung.
„Ungeschönt und unverfälscht spiegeln unsere Weine ganz lebendig ihre Herkunft wider". Diese Philosophie der Authentizität und Terroirprägung zieht sich durch das gesamte Sortiment.
Familientradition in 13. Generation
Drei Jahrzehnte Erfahrung und Kenntnisse der Weinberge bringt Vater Gustav, der sich um die Reben kümmert, mit ein. Neuen Wind in die Weingutsgeschichte bringen die Geschwister Lisa und Oliver, welche bereits seit 2008 gemeinsam das Weingut führen. Diese Zusammenarbeit der Generationen verbindet Erfahrung mit Innovation und sichert die Kontinuität der Qualitätsphilosophie.
Weinproben und Kellerführungen
Führungen durch den Holzfasskeller mit Weinprobe bietet Familie Gabel genauso an, wie Touren durch die Weinberge. Die historischen Keller mit den 130 Jahre alten Fässern sind beeindruckend und vermitteln die lange Tradition des Weinguts eindrucksvoll.
Entdecken Sie bei pfalzweinshop.de die charaktervollen Bio-Weine des Weinguts Gabel aus Herxheim am Berg – über 360 Jahre Familientradition seit 1665, Burgunderspezialist mit 70 Prozent Burgunderanteil, drei Sterne im Falstaff Weinguide, ökologischer Weinbau seit 2019. Ausgebaut in 130 Jahre alten Holzfässern entstehen ungeschönte, terroirgeprägte Weine von mineralischer Eleganz – von feinziselierten Spätburgundern bis zu kraftvollen Weißburgundern aus den Kalksteinlagen der Mittelhaardt.
Die Erfolgsgeschichte einer Burgunderrebsorte in der Pfalz
Grauburgunder, traditionell auch als Ruländer bekannt, gehört zu den großen Erfolgsgeschichten des pfälzischen Weinbaus. Mit über 1.700 Hektar Rebfläche ist die Pfalz das bedeutendste Anbaugebiet für diese edle Burgunderrebsorte in Deutschland. Was in den 1980er Jahren noch eine Nischenrolle spielte, hat sich zu einer der gefragtesten Weißwein-Kategorien entwickelt – und pfälzische Winzer haben maßgeblich zu diesem Erfolg beigetragen.
Die Rebsorte Grauburgunder (Pinot Gris) ist eine Mutation des Spätburgunders und zeigt charakteristische grau-rosa bis blau-violette Beerenschalen. Diese besondere Färbung verleiht auch den Weinen oft einen goldenen bis kupferfarbenen Ton, der sie optisch von anderen Weißweinen unterscheidet. Das warme, sonnenverwöhnte Klima der Pfalz ermöglicht vollreife Trauben mit hoher physiologischer Reife – die perfekte Grundlage für körperreiche, aromatische Grauburgunder mit Fülle, Schmelz und Komplexität.
Von frischen, fruchtbetonten Alltagsweinen über kraftvolle Ortsweine bis zu barriqueausgebauten Spitzengewächsen – pfälzischer Grauburgunder deckt eine beeindruckende Stilvielfalt ab und beweist seine große Wandlungsfähigkeit.
Grauburgunder vs. Ruländer: Zwei Namen, zwei Stile
In Deutschland existieren zwei Bezeichnungen für die gleiche Rebsorte, die unterschiedliche Weinstile repräsentieren:
Grauburgunder bezeichnet den modernen, trockenen Ausbau. Diese Weine sind:
- Trocken ausgebaut (meist unter 9 g/l Restzucker)
- Frisch und elegant mit lebendiger Säure
- Oft im Edelstahl oder neutralen Holz ausgebaut
- Fokus auf primäre Frucht und Sortentypizität
- Als Essensbegleiter konzipiert
Ruländer steht für die traditionelle, restsüße Variante:
- Mit merklicher Restsüße (meist 15-40 g/l)
- Vollmundiger, opulenter Stil
- Goldgelbe Farbe, reife Fruchtaromen
- Oft aus spätgelesenen, überreifen Trauben
- Mehr als Solowein oder zu Desserts geeignet
In der modernen pfälzischen Weinproduktion dominiert klar der trockene Grauburgunder-Stil, während Ruländer eine Spezialität für besondere Anlässe und Liebhaber traditioneller Weinstile bleibt.
Terroir und Klima: Ideale Bedingungen in der Pfalz
Das warme, mediterran geprägte Klima der Pfalz mit durchschnittlich 1.800 Sonnenstunden pro Jahr schafft perfekte Voraussetzungen für Grauburgunder. Die Rebsorte liebt Wärme und erreicht in der Pfalz regelmäßig vollständige physiologische Reife – Voraussetzung für die charakteristische Fülle und den Schmelz pfälzischer Grauburgunder.
Bodenvielfalt als Qualitätsfaktor:
Löss und Lehm: Die fruchtbaren Löss- und Lehmböden der Rheinebene und unteren Lagen bringen körperreiche, fruchtbetonte Grauburgunder mit Fülle und Substanz hervor. Diese Böden speichern Wasser und Nährstoffe und ermöglichen kraftvolle, zugängliche Weine.
Kalkstein: Kalksteinböden in der Mittelhaardt verleihen den Weinen zusätzliche Mineralität, Struktur und Frische. Grauburgunder von Kalkstein zeigen mehr Spannung und Eleganz bei gleichzeitiger Fülle.
Buntsandstein: Die durchlässigen, warmen Buntsandsteinböden am Haardtrand fördern elegante, würzige Grauburgunder mit feiner Mineralität und zurückhaltender Frucht.
Sand- und Kiesböden: Sorgen für frühe Erwärmung und gute Drainage, was besonders in kühleren Jahren von Vorteil ist. Grauburgunder von sandigen Böden zeigen oft eine besondere Feinheit und Delikatesse.
Die Weinberge liegen überwiegend in Süd- bis Südwest-Ausrichtung und profitieren von maximaler Sonneneinstrahlung – ideal für eine Rebsorte, die Wärme schätzt und vollständige Reife benötigt.
Rebsorten-Charakteristik: Was macht Grauburgunder besonders?
Grauburgunder ist eine dankbare, aber auch anspruchsvolle Rebsorte mit besonderen Eigenschaften:
Früher Austrieb: Die Rebsorte treibt früh aus und ist daher spätfrostgefährdet. In der Pfalz mit ihrem milden Klima ist dieses Risiko jedoch geringer als in kühleren Regionen.
Kompakte Trauben: Die dicht gepackten Trauben sind anfällig für Botrytis und Fäulnis, besonders in feuchten Jahren. Sorgfältige Laubarbeit für gute Durchlüftung ist essentiell.
Hohe Zuckergrade: Grauburgunder erreicht in der Pfalz regelmäßig hohe Mostgewichte und damit höhere Alkoholgrade als viele andere Weißweinsorten. Moderne Winzer achten auf optimales Lesezeitpunkt-Management, um Balance zu wahren.
Neutrale Aromatik: Im Vergleich zu aromatischen Sorten wie Gewürztraminer oder Muskateller ist Grauburgunder aromatisch zurückhaltender und subtiler – ein Vorteil für Essensbegleitung und Terroirausdruck.
Oxidationsfreudigkeit: Die Rebsorte neigt zur schnellen Oxidation, was bei unsachgemäßer Verarbeitung zu flachen, bitteren Weinen führen kann. Professionelle Kellertechnik und schnelle, schonende Verarbeitung sind daher besonders wichtig.
Weinbergspflege: Qualität beginnt im Rebstock
Hochwertige Grauburgunder erfordern sorgfältige Weinbergsarbeit:
Ertragsregulierung: Während Basisweine mit 80-100 hl/ha auskommen, werden bei Spitzenweinen Erträge von 50-60 hl/ha angestrebt. Durch frühzeitiges Ausdünnen wird die Konzentration erhöht.
Intensive Laubarbeit: Die kompakten Trauben benötigen gute Durchlüftung. Entblättern der Traubenzone fördert Luftzirkulation und beugt Fäulnis vor. Gleichzeitig müssen die Trauben vor zu viel direkter Sonne geschützt werden, um Sonnenbrand zu vermeiden.
Optimaler Lesezeitpunkt: Die Kunst besteht darin, den perfekten Moment zu finden: Ausreichend physiologische Reife für Fülle und Aromatik, aber noch genügend Säure für Frische und Balance. In warmen Jahren eine besondere Herausforderung.
Selektive Handlese: Bei Spitzenweinen werden die Trauben von Hand gelesen und bereits im Weinberg vorsortiert. Nur vollreife, gesunde Trauben gelangen in den Keller.
Ausbau: Zwischen Stahl und Holz
Der Ausbau von Grauburgunder erfolgt in der Pfalz auf unterschiedliche Weise, je nach gewünschtem Stil:
Edelstahl-Ausbau:
Die Mehrheit pfälzischer Grauburgunder reift im Edelstahltank. Diese Methode:
- Bewahrt primäre Fruchtaromen
- Sorgt für Frische und Lebendigkeit
- Zeigt klare, präzise Sortentypizität
- Ist ideal für fruchtbetonte, zugängliche Weine
Temperaturkontrollierte Gärung bei 16-18°C verhindert Aromaverluste und sorgt für saubere, klare Weine.
Ausbau im großen Holzfass:
Traditionelle Holzfässer (Stückfass, Fuder) ermöglichen:
- Mikrooxidation für harmonische Entwicklung
- Zusätzliche Komplexität ohne Holzaromen
- Cremigere Textur durch langsame Reifung
- Mehr Struktur und Lagerfähigkeit
Viele Spitzenwinzer bevorzugen diese traditionelle Methode für ihre Ortsweine und Lagenweine.
Barrique-Ausbau:
Für kraftvolle, ambitionierte Grauburgunder setzen manche Winzer auf Barrique (kleine Eichenfässer, 225 Liter):
- Verleiht zusätzliche Komplexität und Struktur
- Bringt Noten von Vanille, Butter, Röstaromen
- Erhöht Lagerfähigkeit und Alterungspotenzial
- Verleiht cremige, opulente Textur
Der Neuholzanteil variiert zwischen 10-50%, je nach gewünschter Holz-Intensität. Meist wird nur partiell im Barrique ausgebaut und später mit Edelstahl-Anteilen assembliert.
Spontangärung:
Immer mehr Qualitätswinzer setzen auf Spontangärung mit wilden Hefen:
- Fördert Komplexität und Individualität
- Authentischerer Terroir-Ausdruck
- Lebendigere, vielschichtigere Weine
- Erfordert Erfahrung und sichere Kellerführung
Hefelager:
Längere Lagerung auf der Feinhefe (sur lie) über Monate:
- Verleiht cremige, buttrige Textur
- Bringt zusätzliche Komplexität (Brioche, Nuss)
- Schützt vor Oxidation
- Erhöht Mundgefühl und Struktur
Besonders bei barriqueausgebauten Spitzenweinen ist langes Hefelager Standard.
Geschmacksprofile und Aromenspektrum
Pfälzischer Grauburgunder präsentiert sich in unterschiedlichen Stilistiken:
Fruchtig-frischer Stil (Edelstahl):
- Aromen: Birne, Apfel, Pfirsich, Zitrusfrüchte
- Leicht bis mittelschwer im Körper
- Lebendige Säure, erfrischend
- Ideal als Aperitif oder zu leichten Speisen
Klassischer Stil (großes Holzfass):
- Aromen: Reife Birne, gelber Apfel, Honigmelone, Nuss
- Mittelschwerer bis voller Körper
- Cremige Textur, harmonische Säure
- Vielseitiger Essensbegleiter
Kraftvoller, barriqueausgebauter Stil:
- Aromen: Reife Steinfrüchte, Butter, Vanille, Brioche, Röstaromen
- Voller, opulenter Körper
- Cremig-samtige Textur
- Komplex, vielschichtig, langlebig
- Partner für gehobene Küche
Ruländer (restsüß):
- Aromen: Überreife Früchte, Honig, kandierte Früchte, exotische Noten
- Goldgelbe Farbe
- Üppig, vollmundig, opulent
- Zu Desserts oder als Meditation
Mineralische Komponenten:
Je nach Terroir zeigen pfälzische Grauburgunder auch:
- Rauchige Noten (besonders auf Buntsandstein)
- Salzige Mineralität
- Würzige Kräuternoten
- Feine Bitterkeit im Abgang (charakteristisch für die Sorte)
Qualitätsstufen: Vom Gutswein zur Reserve
Gutsweine:
Unkomplizierte, fruchtbetonte Grauburgunder für den täglichen Genuss. Im Edelstahl ausgebaut, frisch und zugänglich. Preis: 6-10 Euro.
Ortsweine:
Aus den besten Lagen einer Gemeinde, mit deutlicherem Terroir-Charakter. Oft im großen Holzfass ausgebaut, mehr Tiefe und Struktur. Preis: 10-18 Euro.
Lagenweine:
Aus renommierten Einzellagen, terroirgeprägt und komplex. Oft mit Barrique-Anteil, lagerfähig und vielschichtig. Preis: 18-35 Euro.
Große Gewächse (GG):
Die Spitze trockener Grauburgunder aus VDP-Lagen. Minimaler Ertrag, höchste Selektionsstufe, anspruchsvoller Ausbau. Diese Weine können mit burgundischen Weißweinen konkurrieren. Preis: 30-70 Euro.
Auslese/Ruländer:
Restsüße Spezialitäten aus spätgelesenen, überreifen Trauben. Opulent, komplex und langlebig. Preis: 15-40 Euro.
Kulinarische Vielseitigkeit
Grauburgunder ist ein hervorragender Essensbegleiter mit großer Vielseitigkeit:
Leichte, edelstahlausgebaute Grauburgunder:
- Spargel (klassische Kombination!)
- Salate mit Ziegenkäse
- Leichte Fischgerichte
- Meeresfrüchte, Garnelen
- Frühlingsgemüse
- Asiatische Küche (mild)
Kraftvolle, holzgereifte Grauburgunder:
- Gebratener Fisch (Steinbutt, Zander, Lachs)
- Geflügel in cremigen Saucen
- Kalbfleisch, Schweinebraten
- Risotto und cremige Pasta
- Pilzgerichte
- Käse (Comté, Gruyère, gereifter Gouda)
Barrique-Grauburgunder:
- Hummer und edle Krustentiere
- Foie gras
- Kräftige Fischgerichte (Kabeljau, Seeteufel)
- Weiße Trüffel
- Gourmetküche mit cremigen Komponenten
Ruländer:
- Obstkuchen und Tartes
- Blauschimmelkäse
- Foie gras
- Pur als Meditation
Die optimale Serviertemperatur liegt bei 10-12°C – nicht zu kalt, damit sich die Aromen entfalten können.
Spargel und Grauburgunder: Eine perfekte Ehe
Die Kombination von Grauburgunder und Spargel gilt als eine der klassischsten und gelungensten im deutschen Weinbau. Warum passt das so perfekt?
- Die cremige Textur des Grauburgunders harmoniert mit der seidigen Struktur des Spargels
- Die moderate Säure überfordert das delikate Spargelaroma nicht
- Nussige Noten im Wein ergänzen die feinen Bitternoten des Spargels
- Der mittlere Körper des Weins passt zum Gewicht des Gerichts
- Sowohl Wein als auch Spargel sind Frühlingsboten und werden zur gleichen Zeit genossen
Ob weißer oder grüner Spargel, mit Sauce Hollandaise, Butter oder Schinken – pfälzischer Grauburgunder ist der ideale Partner.
Alterungspotenzial und Lagerung
Grauburgunder ist nicht unbedingt als Langzeit-Lagerwein konzipiert, aber hochwertige Exemplare können durchaus altern:
- Gutsweine: 2-3 Jahre
- Ortsweine: 3-5 Jahre
- Lagenweine: 5-8 Jahre
- Große Gewächse, barriqueausgebaut: 8-15 Jahre
- Ruländer Auslese: 10-20 Jahre
Bei optimaler Lagerung (kühl, dunkel, liegend, 10-12°C) entwickeln sich die Weine: Die Frucht wird komplexer, Honignoten treten hervor, die Textur wird cremiger und die Weine gewinnen an Harmonie.
Allerdings sind die meisten Grauburgunder auf früheren Genuss ausgelegt und zeigen ihre besten Qualitäten in den ersten Jahren nach der Ernte.
Bio und Nachhaltigkeit
Immer mehr pfälzische Grauburgunder-Produzenten arbeiten nach biologischen oder biodynamischen Prinzipien. Die robuste Sorte eignet sich gut für ökologischen Anbau, auch wenn die kompakten Trauben in feuchten Jahren Herausforderungen mit sich bringen.
Bio-Grauburgunder zeichnen sich oft durch:
- Klareren Fruchtausdruck
- Authentischeren Terroir-Charakter
- Lebendigere Struktur
- Bessere Bekömmlichkeit (weniger Schwefel)
Grauburgunder international: Elsass und Italien
Zum Verständnis pfälzischer Grauburgunder hilft ein Blick über die Grenzen:
Elsass (Pinot Gris):
Die französischen Nachbarn kultivieren die gleiche Rebsorte mit großem Erfolg. Elsässische Pinot Gris sind oft noch kraftvoller und opulenter als pfälzische, mit höherem Alkohol und reicherer Textur. Sie waren historisch Vorbilder für pfälzische Winzer.
Italien (Pinot Grigio):
In Norditalien dominiert ein völlig anderer Stil: Leicht, frisch, säurebetont und unkompliziert. Diese Weine haben wenig mit pfälzischem Grauburgunder gemein, zeigen aber die Wandlungsfähigkeit der Sorte.
Pfälzischer Grauburgunder positioniert sich zwischen diesen Extremen: Fülliger als Pinot Grigio, aber frischer als elsässischer Pinot Gris – ein eigenständiger, ausbalancierter Stil.
Preis-Leistung
Pfälzischer Grauburgunder bietet hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis und macht qualitativ hochwertige Weißweine für breite Schichten zugänglich. Im Vergleich zu burgundischen Weißweinen (Meursault, Puligny-Montrachet) kosten pfälzische Grauburgunder einen Bruchteil bei oft vergleichbarer Qualität.
Fazit: Vielseitigkeit mit Charakter
Grauburgunder hat sich in der Pfalz zu einer der wichtigsten und vielseitigsten Weißwein-Rebsorten entwickelt. Die Kombination aus idealem Klima, vielfältigen Terroirs und handwerklichem Können hat Weine hervorgebracht, die von unkompliziert-frisch bis komplex-vielschichtig reichen.
Ob als erfrischender Sommerwein, als vielseitiger Essensbegleiter oder als kraftvolles Spitzengewächs – pfälzischer Grauburgunder bietet für jeden Geschmack und Anlass den passenden Wein. Die Fülle und der Schmelz, die charakteristisch für die Sorte sind, werden in der sonnenverwöhnten Pfalz perfekt zur Entfaltung gebracht.
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