Sauvignon blanc trocken - Gabel - Gutswein
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Weingut / Lieferant: Gabel
Typ: Weisswein
Art. Nr.: gabel-025
Verfügbar: Verfügbar
Mindestbestellmenge 6 Flaschen
Der Sauvignon blanc trocken vom Weingut Gabel hat einen verlockenden Duft von frischen grünen Aromen wie Stachelbeere und frisch geschnittenem Gras auf der einen Seite sowie Aromen von nassem Stein und dezentem Holz auf der anderen Seite. Im Geschmack zeigt sich eine unglaubliche Frische und Frucht, gepaart mit einem langen eleganten Abgang.
enthält Sulfite
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Sauvignon blanc trocken - Gabel - Gutswein
Wein-Steckbrief
- Jahrgang
- 2023
- Rebsorten
- Sauvignon Blanc
- Geschmack
- trocken
- Weinbaubereich
- Mittelhaardt/Deutsche Weinstraße
- Weinort
- Herxheim a. Berg
- Alkoholgehalt
- 11,5 % vol
- BIO-Wein
- Ja
- Trinkempfehlung
- Der Sauvignon Blanc trocken von Gabel passt perfekt zu leichten Fischgerichten, sommerlichen Salaten oder als erfrischender Begleiter bei geselligen Anlässen im Freien.
Weingut Gabel – Über 360 Jahre Burgundertradition und Biowinzerei in Herxheim am Berg
Seit über 360 Jahren ist das Weingut Gabel in Familienbesitz. Von Vater zu Sohn wurde die Liebe zur Natur immer weitergegeben, zusammen mit der Lehre über eine verantwortungsvolle Landwirtschaft zum Erhalt der eigenen Ressourcen. Das Weingut, direkt an der Deutschen Weinstraße gelegen, befindet sich in der historischen Weinbaugemeinde Herxheim am Berg. Die Familientradition zum Weinbau reicht bis in das Jahr 1665 zurück. Heute führt Oliver Gabel das traditionsreiche Familienweingut in der 13. Generation und setzt neue Maßstäbe im ökologischen Weinbau der Pfalz.
Höchstgelegenes Weindorf an der Deutschen Weinstraße
Im höchstgelegenen Weindorf an der deutschen Weinstraße, in Herxheim am Berg, haben Oliver und Lena Gabel den Betrieb auf ökologischen Weinbau umgestellt und sind einer von 300 Partnerbetrieben Naturschutz des Landes Rheinland-Pfalz, mit der Zielsetzung eine intakte Kulturlandschaft zu erhalten. Diese exponierte Lage auf 250 Metern über dem Meeresspiegel bietet ideale Voraussetzungen für Weinbau mit ausgezeichneter Belüftung und optimaler Sonneneinstrahlung.
1800 Sonnenstunden im Jahr und eine geringe Niederschlagsmenge bieten dem Rebstock ideale Wachstumsbedingungen. Das besondere Mikroklima der Mittelhaardt kombiniert mit den exponierten Höhenlagen schafft perfekte Bedingungen für langsam reifende, aromatische Trauben mit hoher physiologischer Reife.
Burgunderspezialist mit 70 Prozent Burgunderanteil
Die Liebe zu den Burgunderrebsorten entwickelte sich während der „Wanderjahre" und heute gehören 70 Prozent der angepflanzten Reben zur Burgunderfamilie. Verantwortlich zeigt sich dafür Winzer Oliver Gabel, der in der 13. Generation den Weinstil des Familienweinguts formt. Seine Passion sind rote und weiße Burgundersorten, die 70 Prozent des Anbaus ausmachen und auf den Kalkböden rund um Herxheim am Berg den idealen Standort haben.
Für uns sind sie wahre Burgunder-Spezialisten, die so manche großen Namen in den Schatten stellen können. Jung, noch etwas ungestüm wachsen vor allem die Lagenweine mit der Reife zu echten Größen hin. Diese Entwicklung unterstreicht das außergewöhnliche Lagerpotenzial der Gabel-Burgunderweine.
Falstaff würdigt mit drei Sternen
Oliver Gabel erhielt vom Falstaff Weinguide den dritten Stern. Der Weißburgunder aus dem Herxheimer Kirchenstück hat die Verkoster mit seiner Dichte und seiner mineralischen Salzigkeit fasziniert, der Spätburgunder aus der Lage Honigsack ist ein höchst gelungener Gegenentwurf zum Klischee der Pfälzer Wucht: Dieser Wein ist ungemein fein ziseliert und hat dabei zugleich Statur und Länge. Auch die Sekte werden immer besser.
Diese Auszeichnung mit drei Sternen im renommierten Falstaff Weinguide Deutschland ist eine besondere Anerkennung für die konstant hohe Qualität und die klare Stilistik der Weine. Die Falstaff-Bewertungen für einzelne Weine erreichen bis zu 96 Punkte, was Weltklasse-Niveau bedeutet.
Ökologischer Weinbau und Nachhaltigkeit
Das, was eine Winzergeneration nach der nächsten seit dem 17. Jahrhundert wie selbstverständlich betrieben hat, bekam eine moderne Bezeichnung: nachhaltig wirtschaften. Konkret das Wissen über den Boden, auf dem die Reben wachsen. Die Erfahrung habe gezeigt, dass nachhaltige Bodenbewirtschaftung und lebendige Begrünung nicht nur die Natur bewahren, sondern auch deutlich bessere Weine ergeben.
Aus dem 2019er Jahrgang wurden die ersten offiziellen Bio-Weine vinifiziert. Die Umstellung auf biologischen Weinbau war für die Familie Gabel ein logischer Schritt, der ihre jahrhundertealte Philosophie der Naturnähe konsequent fortsetzt. „Es ist unser Bekenntnis zur Tradition, dass wir unseren Kindern gesunde Weinberge und Gärten erhalten möchten." Gelebte Nachhaltigkeit, selektive Handlese, „individueller" Ausbau der Weine je nach Lage und Charakter im Keller sind die wichtigen und richtigen Schritte um den kompromisslosen Qualitätsanspruch der Familie Gabel umzusetzen.
Erstklassige Weinlagen an der Mittelhaardt
Die Weine stammen aus einigen der bekanntesten Lagen des Bereiches Mittelhaardt, nämlich Herxheimer Honigsack, Herxheimer Himmelreich und Herxheimer Kirchenstück, sowie Bissersheimer Steig und Bissersheimer Orlenberg, Kirchheimer Schwarzerde und Kirchheimer Steinacker.
Eine der wichtigsten Lagen im Weingut Gabel ist die Weinlage Himmelreich auf einem südlich geneigten Hang. Hier verbinden sich tertiäre Kalksteinverwitterung, Löss und sandiger Lehm zu hochwertigsten Böden. Ebenso interessant ist die Weinlage Kirchenstück aus kalkhaltigem Lösslehm und tertiärem Kalkstein.
Auf den steinigen, kalkhaltigen, teilweise mit Lehm und Ton vermischten Böden wachsen Sauvignon Blanc, Riesling, Burgunderrebsorten und Blaufränkisch. Die Kalkböden sind ideal für Burgundersorten, da sie den Weinen Mineralität, Struktur und ein elegantes Säurespiel verleihen.
130 Jahre alte Holzfässer – Traditioneller Ausbau
Die 130 Jahre alten Holzfässer aus Familienbesitz bieten den optimalen Raum für die darin spontan vergärenden und reifenden Weine. Ungeschönte und ausdrucksstarke Spätburgunder, Weißburgunder und Grauburgunder entstehen je nach Lage durch 12-24-monatige Lagerung im kleinen Holzfass und Barriques.
Diese historischen Fässer sind ein kostbares Familienerbe und tragen maßgeblich zur Charakterbildung der Weine bei. Traditionell und gleichzeitig nachhaltig modern, ist der lange Ausbau eines Großteils der Weine in bis zu 130 Jahre alten Holzfässern. Die Spontanvergärung mit natürlichen Hefen und der lange Ausbau auf der Feinhefe verleihen den Weinen zusätzliche Komplexität, Cremigkeit und Tiefe.
Weißburgunder – Mineralische Eleganz mit Salzigkeit
Die Weißburgunder des Weinguts Gabel gehören zu den besten der Pfalz. Die Trauben für den Weißburgunder Tradition werden in mehreren Lesedurchgängen von Hand gelesen. Nach dem Pressen vergärt der Wein teilweise im klassischen Pfälzer Stückfass und teilweise in französischen Tonneaux.
Der Weißburgunder Steig präsentiert sich kräftig mit unverkennbaren Röstaromen, Kraft, Fülle und Geschmeidigkeit. Der Weißburgunder aus dem Herxheimer Kirchenstück zeigt laut Falstaff eine beeindruckende Dichte und mineralische Salzigkeit, die ihn zu einem herausragenden Lagewein macht.
Der Weißburgunder trocken entfaltet in der Nase einen Duft von weißen Blüten und hellgelber Frucht wie Mirabelle und Weinbergspfirsich. Im Mund findet man Aromen von reifen Birnen und Mirabelle, kombiniert mit einer eleganten Säure. Ein perfekter Begleiter für leichte Vorspeisen.
Spätburgunder – Feinziselierte Eleganz statt Wucht
Die Spätburgunder des Weinguts Gabel setzen bewusst auf Finesse statt auf Kraft. Der Spätburgunder Honigsack ist laut Falstaff "ungemein fein ziseliert" und bietet dennoch Statur und Länge. Der elegante Spätburgunder trocken mit Aromen von frischer Himbeere und Kirsche sowie dezent würzigen Noten ist ein Genuss für jeden Rotweinliebhaber.
Die Rotweine reifen 12 bis 24 Monate in kleinen Holzfässern und Barriques, was ihnen Struktur, feine Tannine und Komplexität verleiht. Die Balance zwischen Frucht, Würze und Eleganz macht die Gabel-Spätburgunder zu herausragenden Vertretern ihrer Art.
Grauburgunder – Kraft und Tiefe
Die Grauburgunder profitieren wie alle Burgundersorten von den kalkhaltigen Böden und dem langen Ausbau in alten Holzfässern. Sie zeigen sich mit ihrer goldgelben Farbe, den Aromen von reifen Birnen, Honigmelone und Nüssen sowie ihrer vollen, runden Textur als charakterstarke Weißweine mit Lagerpotenzial.
Riesling – Kalksteinböden und Mineralität
Die Trauben für den Riesling trocken von Weingut Gabel sind auf Kalksteinböden gewachsen. Der Wein ist spontan in den großen alten Holzfässern vergoren und durfte bis im Frühjahr auf der Hefe liegen. In der Nase verführt der typische Rieslingduft mit einer großen Aromenvielfalt von Weinbergspfirsich, Citrus und reifem Apfel, kombiniert mit steinigen, mineralischen Anklängen.
Die Rieslinge zeigen die typische Kalksteinmineralität der Herxheimer Lagen und beweisen, dass auch in einem Burgunder-dominierten Weingut herausragende Rieslinge entstehen können.
Sauvignon Blanc – Grüne Frische mit Eleganz
Der Sauvignon Blanc trocken vom Weingut Gabel hat einen verlockenden Duft von frischen grünen Aromen wie Stachelbeere und frisch geschnittenem Gras. Der Sauvignon Blanc ergänzt das Sortiment perfekt mit seiner lebendigen Frische und seiner charakteristischen Aromatik.
Blaufränkisch HELD – Rotwein mit Charakter
Für den Blaufränkisch HELD vom Weingut Gabel wurden die Weinbergsarbeiten konsequent auf Qualität ausgerichtet, die Erträge drastisch reduziert und die Trauben von Hand in kleine Kisten gelesen. Der Wein wurde offen auf der Maische vergoren, 18 Monate im Barrique ausgebaut und unfiltriert gefüllt. Der Blaufränkisch Held duftet fein nach schwarzen Beeren und Kirschen mit einem Hauch von Vanille, zeigt im Mund kräutrig-kühle Würze, ist ganz der elegante Typ.
Diese Spezialität zeigt die Experimentierfreude und das Können von Oliver Gabel, auch mit weniger verbreiteten Rebsorten außergewöhnliche Weine zu kreieren.
Das 1-3 Gabel-System für jeden Geschmack
Die Unterteilung in ein „1-3 Gabel"-System erleichtert das Finden des passenden Weines für jeden Geschmack und Anlass. Dieses clevere Klassifizierungssystem hilft Weinliebhabern, schnell den passenden Wein zu finden – von unkomplizierten Alltagsweinen bis zu anspruchsvollen Lagenweinen.
Rebsortenvielfalt aus Tradition und Innovation
Der Weißweinanteil beträgt 50 Prozent, der Rotweinanteil 50 Prozent bei einer bewirtschafteten Fläche von circa 30 Hektar. Angebotene Weißwein-Rebsorten sind unter anderem Riesling, Sauvignon Blanc, Scheurebe, Chardonnay, Weißer und Grauer Burgunder sowie Gewürztraminer. Bei den Rotweinen werden Spätburgunder, Cabernet Franc, Merlot, St. Laurent, Dornfelder und Portugieser angebaut.
Handarbeit und Qualitätsphilosophie
Die Ernte erfolgt über eine selektive Handlese, gefolgt von einer schonenden Pressung und langsamer Gärung. Die Reifung findet in traditionellen Holzfässern statt. Durch Maßnahmen zur Gesunderhaltung der Böden und Weinstöcke, oft verbunden mit viel Handarbeit, finden hochwertige Trauben hier optimale Wachstumsbedingungen. Eine möglichst späte Ernte zur Erzielung der Vollreife der Trauben und eine selektive Lese sind weitere Faktoren der sorgsamen Behandlung.
„Ungeschönt und unverfälscht spiegeln unsere Weine ganz lebendig ihre Herkunft wider". Diese Philosophie der Authentizität und Terroirprägung zieht sich durch das gesamte Sortiment.
Familientradition in 13. Generation
Drei Jahrzehnte Erfahrung und Kenntnisse der Weinberge bringt Vater Gustav, der sich um die Reben kümmert, mit ein. Neuen Wind in die Weingutsgeschichte bringen die Geschwister Lisa und Oliver, welche bereits seit 2008 gemeinsam das Weingut führen. Diese Zusammenarbeit der Generationen verbindet Erfahrung mit Innovation und sichert die Kontinuität der Qualitätsphilosophie.
Weinproben und Kellerführungen
Führungen durch den Holzfasskeller mit Weinprobe bietet Familie Gabel genauso an, wie Touren durch die Weinberge. Die historischen Keller mit den 130 Jahre alten Fässern sind beeindruckend und vermitteln die lange Tradition des Weinguts eindrucksvoll.
Entdecken Sie bei pfalzweinshop.de die charaktervollen Bio-Weine des Weinguts Gabel aus Herxheim am Berg – über 360 Jahre Familientradition seit 1665, Burgunderspezialist mit 70 Prozent Burgunderanteil, drei Sterne im Falstaff Weinguide, ökologischer Weinbau seit 2019. Ausgebaut in 130 Jahre alten Holzfässern entstehen ungeschönte, terroirgeprägte Weine von mineralischer Eleganz – von feinziselierten Spätburgundern bis zu kraftvollen Weißburgundern aus den Kalksteinlagen der Mittelhaardt.
Die aromatische Neuentdeckung pfälzischer Winzer
Sauvignon Blanc ist die internationale Erfolgsgeschichte unter den Weißweinsorten und hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten auch in der Pfalz eine beachtliche Entwicklung durchlaufen. Was einst eine exotische Ausnahme war, kultivieren heute immer mehr innovative pfälzische Winzer mit beachtlichem Erfolg. Mit mittlerweile rund 200 Hektar Rebfläche bleibt Sauvignon Blanc zwar eine Nischenrebsorte, doch die Qualität der Weine und das wachsende Interesse zeigen: Die Rebsorte hat in der Pfalz eine vielversprechende Zukunft.
Sauvignon Blanc stammt ursprünglich aus dem französischen Loire-Tal und hat sich von dort aus weltweit verbreitet – von Neuseeland über Kalifornien bis nach Südafrika. Die Rebsorte ist bekannt für ihre charakteristische, unverwechselbare Aromatik: Stachelbeere, frisch gemähtes Gras, grüne Paprika, Holunder und exotische Früchte prägen das sortentypische Profil. Das warme Klima der Pfalz bringt dabei eine besondere Stilistik hervor – fruchtbetonter und reifer als klassische Loire-Varianten, aber frischer und eleganter als viele Neue-Welt-Interpretationen.
Von knackig-frischen Edelstahl-Weinen über komplexe, im Holzfass gereifte Varianten bis zu experimentellen Naturweinen – pfälzischer Sauvignon Blanc zeigt bemerkenswerte Vielseitigkeit und beweist, dass die Rebsorte auch unter deutschen Bedingungen herausragende Qualität erreichen kann.
Rebsorten-Charakteristik: Aromatisch und expressiv
Sauvignon Blanc besitzt ausgeprägte, unverwechselbare Eigenschaften:
Intensive Aromatik:
Im Gegensatz zu zurückhaltenden Sorten wie Silvaner oder Weißburgunder ist Sauvignon Blanc aromatisch sehr expressiv. Die charakteristischen Aromen sind sofort erkennbar und machen die Rebsorte unverwechselbar.
Thiole und Methoxypyrazine:
Die typischen Aromen entstehen durch schwefelhaltige Verbindungen (Thiole) und Methoxypyrazine. Erstere bringen tropische Frucht- und Stachelbeeraromen, letztere die charakteristischen "grünen" Noten von Paprika, Gras und Kräutern.
Mittlere bis späte Reife:
Sauvignon Blanc reift mittelspät, etwa zur gleichen Zeit wie Riesling. In der Pfalz meist Mitte bis Ende September.
Moderate Erträge:
Die Rebsorte bringt moderate bis gute Erträge. Qualitätsorientierte Winzer begrenzen auf 70-90 hl/ha für optimale Aromenkonzentration.
Lebendige Säure:
Sauvignon Blanc verfügt über rassige, lebendige Säure – ähnlich wie Riesling, aber mit anderem Aromenprofil. Diese Säure ist essentiell für Frische und Langlebigkeit.
Terroir-Sensibilität:
Die Rebsorte reagiert deutlich auf Terroir und Klima. Kühle Lagen fördern "grüne" Aromen, warme Lagen betonen tropische Frucht.
Empfindlichkeit:
Sauvignon Blanc ist anfällig für Botrytis und erfordert sorgfältige Laubarbeit. Auch der Lesezeitpunkt ist kritisch: Zu früh fehlt Reife, zu spät verliert der Wein seine charakteristische Frische.
Terroir und Klima: Herausforderung und Chance
Das warme Klima der Pfalz stellt für Sauvignon Blanc sowohl Herausforderung als auch Chance dar:
Herausforderungen:
- Gefahr von zu viel Reife und Verlust der Frische
- In heißen Jahren können die charakteristischen "grünen" Aromen verschwinden
- Säureabbau in warmen Nächten kann problematisch sein
Chancen:
- Sichere Ausreifung auch in durchschnittlichen Jahren
- Entwicklung reifer, tropischer Fruchtaromen
- Eigenständiger pfälzischer Stil zwischen Loire-Kühle und Neue-Welt-Opulenz
Optimale Standorte:
Die besten pfälzischen Sauvignon Blancs stammen von:
Kühlere Lagen: Am Haardtrand, in Nordlagen, höhere Weinberge – hier bleibt die charakteristische Frische erhalten
Buntsandstein: Durchlässige, nicht zu fruchtbare Böden fördern Eleganz und Mineralität
Kalkstein: Verleiht zusätzliche Struktur und Komplexität
Vermeiden sollte man:
Zu warme Südhanglagen in der Rheinebene, wo die Säure zu stark abgebaut wird und die Weine flach wirken.
Weinbergspflege: Präzision ist gefordert
Sauvignon Blanc erfordert präzise Weinbergsarbeit:
Ertragsreduktion:
Für aromatische, konzentrierte Weine sind Erträge von 70-85 hl/ha optimal. Höhere Erträge führen zu dünnen, charakterlosen Weinen.
Intensive Laubarbeit:
Die kompakten Trauben benötigen gute Durchlüftung. Entblättern der Traubenzone ist essentiell, aber vorsichtig dosiert – zu viel Sonne kann die charakteristischen Thiole zerstören.
Kritischer Lesezeitpunkt:
Das Timing ist entscheidend: Bei optimaler Reife zeigt Sauvignon Blanc seine charakteristische Aromatik mit Balance zwischen "grünen" Noten und reifer Frucht. Zu früh geerntet wirkt er unreif und aggressiv, zu spät verliert er seine Frische und wirkt flach.
Schnelle Verarbeitung:
Nach der Lese müssen die Trauben schnell und kühl verarbeitet werden, um Oxidation zu vermeiden und die empfindlichen Aromastoffe zu bewahren.
Ausbau: Frische bewahren oder Komplexität fördern
Der Ausbau von Sauvignon Blanc erfolgt je nach gewünschtem Stil unterschiedlich:
Klassischer Edelstahl-Ausbau (Mehrheit):
Die meisten pfälzischen Sauvignon Blancs reifen im Edelstahltank:
- Bewahrt die charakteristische, frische Aromatik
- Betont Stachelbeere, Gras und tropische Frucht
- Sorgt für Klarheit und Präzision
- Zeigt die Rebsorte in ihrer reinsten Form
Temperaturkontrollierte Gärung:
Bei niedrigen Temperaturen (14-16°C) werden die empfindlichen Aromastoffe optimal bewahrt. Höhere Temperaturen würden die charakteristischen Thiole zerstören.
Frühe Abfüllung:
Viele Winzer füllen Sauvignon Blanc bereits im Frühjahr ab, um maximale Frische und Aromatik zu bewahren.
Holzfass-Ausbau (Fumé Blanc-Stil):
Manche ambitionierte Winzer experimentieren mit Holzausbau:
- Verwendung von Barriques oder größeren Holzfässern
- Bringt zusätzliche Komplexität, Cremigkeit und Struktur
- Verleiht Noten von Vanille, Toast, Butter
- Reduziert die "grünen" Aromen zugunsten von Fülle
- Inspiriert vom "Fumé Blanc"-Stil aus Kalifornien
Der Holzeinsatz sollte zurückhaltend sein (10-30% neues Holz), um die sortentypische Aromatik nicht zu überdecken.
Spontangärung:
Innovative Winzer setzen zunehmend auf Spontangärung:
- Fördert Komplexität und Terroir-Ausdruck
- Authentischerer, individuellerer Charakter
- Erfordert gesunde Trauben und sichere Kellerführung
Hefelager:
Längere Lagerung auf der Feinhefe:
- Verleiht cremige Textur und Fülle
- Bringt zusätzliche Komplexität
- Reduziert die Aggressivität der Säure
- Besonders bei holzgereiften Varianten üblich
Biologischer Säureabbau:
Meist wird der biologische Säureabbau (BSA) verhindert, um die charakteristische Frische zu bewahren. Bei holzgereiften Varianten kann BSA jedoch gewünscht sein für mehr Geschmeidigkeit.
Geschmacksprofile und Stilistiken
Pfälzischer Sauvignon Blanc zeigt unterschiedliche Facetten:
Klassischer, frischer Stil (Edelstahl):
- Aromen: Stachelbeere, Holunder, frisch gemähtes Gras, grüne Paprika
- Leicht bis mittelschwer im Körper
- Rassige, lebendige Säure
- Knackig, frisch, erfrischend
- Ideal als Aperitif oder zu leichten Speisen
Fruchtbetonter, pfälzischer Stil:
- Aromen: Maracuja, Mango, Ananas, Grapefruit, Litschi
- Mittelschwerer Körper
- Ausgewogene Säure mit reifer Frucht
- Zugänglicher als Loire-Sauvignons, frischer als Neue-Welt-Varianten
- Eigenständiger pfälzischer Charakter
Fumé Blanc-Stil (Holzfass):
- Aromen: Reife tropische Früchte, Vanille, Toast, Butter
- Voller, cremiger Körper
- Reduzierte "grüne" Noten zugunsten von Fülle
- Komplex, vielschichtig, strukturiert
- Partner für gehobene Küche
Mineralischer Stil (Kalkstein/Buntsandstein):
- Aromen: Dezente Frucht mit Stein, Feuerstein, Salz
- Klar definierte Struktur und Säure
- Präzise, elegant, tiefgründig
- Terroir-transparent
Aromenspektrum im Detail
"Grüne" Aromen (Methoxypyrazine):
- Frisch gemähtes Gras, Heu
- Grüne Paprika, grüne Bohnen
- Brennnessel, Kräuter
- Buchsbaum (in geringen Mengen charakteristisch, zu viel problematisch)
Fruchtaromen (Thiole):
- Stachelbeere (klassisch und sortentypisch!)
- Schwarze Johannisbeere, Cassis
- Grapefruit, Zitrusfrüchte
- Maracuja, Mango, Litschi
- Ananas, Guave
Florale und mineralische Noten:
- Holunderblüte (charakteristisch!)
- Akazienblüte
- Feuerstein, nasse Steine
- Salzige Komponenten
Holzaromen (bei Barrique):
- Vanille, Toast
- Butter, Sahne
- Geröstete Nüsse
- Rauchige Noten
Die Balance zwischen "grünen" und "fruchtigen" Aromen definiert den Stil und hängt stark von Klima, Lesezeitpunkt und Ausbau ab.
Qualitätsstufen und Preise
Gutsweine:
Unkomplizierte, frische Sauvignon Blancs für den Alltagsgenuss. Sortentypisch, zugänglich, fair im Preis. Preis: 8-12 Euro.
Ortsweine:
Aus den besten Lagen einer Gemeinde, mit deutlichem Terroir-Charakter. Mehr Tiefe und Komplexität. Preis: 12-18 Euro.
Lagenweine:
Aus Einzellagen, terroirgeprägt und vielschichtig. Oft mit teilweisem Holzausbau. Preis: 18-28 Euro.
Spitzenqualitäten:
Ambitionierte Sauvignon Blancs von Top-Winzern, mit Holzausbau oder von alten Reben. Preis: 25-45 Euro.
Pfälzischer Sauvignon Blanc ist teurer als Müller-Thurgau oder Silvaner, aber günstiger als internationale Premium-Sauvignons aus Neuseeland oder Kalifornien.
Kulinarische Vielseitigkeit
Sauvignon Blanc ist ein hervorragender Essensbegleiter:
Klassische Kombinationen:
- Ziegenkäse (DIE klassische Paarung!)
- Spargel (weiß und grün)
- Fisch und Meeresfrüchte (Austern, Jakobsmuscheln)
- Sushi und roher Fisch
- Salate mit Vinaigrette
Asiatische Küche:
- Thailändische Gerichte
- Vietnamesische Küche
- Sushi und Sashimi
- Dim Sum
- Ceviche
Vegetarische Gerichte:
- Gemüsegerichte mit Kräutern
- Risotto mit Spargel oder Erbsen
- Pasta mit Pesto
- Frühlingsrollen
Würzige Speisen:
Die lebendige Säure und Frucht machen Sauvignon Blanc zum idealen Partner für würzige, aber nicht zu scharfe Gerichte.
Holzgereifte Varianten:
- Krustentiere in Buttersaucen
- Gebratener Fisch
- Geflügel in cremigen Saucen
- Gegrilltes Gemüse
Die Serviertemperatur liegt bei 8-10°C – gut gekühlt, damit die Frische zur Geltung kommt.
Alterungspotenzial und Lagerung
Sauvignon Blanc ist überwiegend für früheren Genuss konzipiert:
- Einfache Weine: 1-3 Jahre
- Gutsweine: 2-4 Jahre
- Ortsweine: 3-5 Jahre
- Lagenweine: 4-7 Jahre
- Holzgereifte Spitzenqualitäten: 5-10 Jahre
Die charakteristischen Thiole und die frische Aromatik sind in der Jugend am intensivsten und bauen mit der Zeit ab. Die meisten Sauvignon Blancs sollten jung getrunken werden, wenn die Frucht noch lebendig ist.
Hochwertige, holzgereifte Varianten können länger reifen und entwickeln komplexere, honigähnliche Aromen.
Sauvignon Blanc weltweit: Stilistische Einordnung
Zum Verständnis pfälzischer Sauvignon Blancs hilft der internationale Vergleich:
Loire-Tal (Sancerre, Pouilly-Fumé):
- Kühl, mineralisch, "grün"
- Stachelbeere, Feuerstein, Gras
- Hohe Säure, straff, elegant
- Klassischer, kühler Stil
Neuseeland (Marlborough):
- Explosiv aromatisch, tropisch
- Maracuja, Stachelbeere, Grapefruit
- Intensive Frucht, hohe Säure
- Neue-Welt-Stil
Kalifornien (Fumé Blanc):
- Holzgereift, cremig, opulent
- Vanille, tropische Früchte, Toast
- Voller Körper, moderate Säure
- Kraftvoller, reifer Stil
Pfalz:
- Zwischen allen Stilen
- Fruchtbetonter als Loire
- Frischer als Kalifornien
- Eigenständiger mitteleuropäischer Charakter
Herausforderungen und Chancen in der Pfalz
Herausforderungen:
- Warmes Klima kann Frische gefährden
- Konkurrenz durch etablierte Sorten (Riesling, Burgundersorten)
- Verbraucher erwarten oft klassischen Loire- oder Neuseeland-Stil
- Noch geringe Bekanntheit pfälzischer Sauvignons
Chancen:
- Wachsende Nachfrage nach Sauvignon Blanc
- Eigenständiger pfälzischer Stil entwickelbar
- Neue Zielgruppen erschließbar
- Diversifizierung des Sortiments
Bio und Nachhaltigkeit
Sauvignon Blanc stellt im ökologischen Weinbau Herausforderungen:
- Anfälligkeit für Botrytis erfordert sorgfältigen Pflanzenschutz
- Intensive Laubarbeit notwendig
- Dennoch zunehmend von Bio-Winzern erfolgreich kultiviert
Innovation und Experiment
Pfälzische Winzer experimentieren mit Sauvignon Blanc:
- Orange Wines (Maischestandzeit)
- Pétillant Naturel (leicht prickelnde Varianten)
- Spontangärung und minimalistische Intervention
- Cuvées mit anderen Sorten (z.B. mit Riesling)
Diese experimentelle Ausrichtung zeigt: Sauvignon Blanc ist die Rebsorte innovativer, mutiger Winzer.
Zukunft in der Pfalz
Sauvignon Blanc wird in der Pfalz weiter wachsen, aber Nischenrebsorte bleiben:
- Zunehmende Akzeptanz bei Konsumenten
- Mehr Winzer entdecken das Potenzial
- Entwicklung eines eigenständigen pfälzischen Stils
- Bleibende Rolle als innovative Alternative zu klassischen Sorten
Fazit: Internationale Frische mit pfälzischem Charakter
Sauvignon Blanc ist die internationale, innovative Seite des pfälzischen Weinbaus. Die Rebsorte bringt frischen Wind ins Sortiment und spricht Weintrinker an, die aromatische, lebendige Weine mit unverwechselbarem Charakter schätzen.
Das warme Klima der Pfalz bringt einen eigenständigen Stil hervor – fruchtbetonter und reifer als Loire-Sauvignons, aber frischer und eleganter als Neue-Welt-Interpretationen. Diese Balance macht pfälzischen Sauvignon Blanc zu einer spannenden Alternative mit eigenem Profil.
Ambitionierte Winzer beweisen, dass die Rebsorte auch unter deutschen Bedingungen herausragende Qualität erreichen kann. Von knackig-frischen Edelstahl-Weinen bis zu komplexen, holzgereiften Varianten zeigt pfälzischer Sauvignon Blanc beeindruckende Vielseitigkeit.
Wer charakteristische, aromatische Weißweine mit lebendiger Säure und internationaler Stilistik sucht, findet im pfälzischen Sauvignon Blanc eine überzeugende Wahl.
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