Spätburgunder trocken - Sauer - Gutswein
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€8,40
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Weingut / Lieferant: Sauer
Typ: Rotwein
Art. Nr.: sauer-027
Verfügbar: Verfügbar
Der Wein hat ein schönes Rubinrot und zeigt in der Nase typische Sauerkirschnoten, Mandel- und Schlehenduft. Das Duftbild wirkt warm und hat eine gute Aromenbalance. Im Mund mit ausgeprägter Frische und feiner Tanninstruktur. Feinfruchtiger Körper, geprägt mit Aromen von dunkler Kirsche und Brombeere. Im Nachhall feine Schokoladennoten. Der Spätburgunder trocken von Sauer ifeinfruchtiger Gutswein mit einem schönen Rubinrot. Ideal für Liebhaber von frischen und strukturierten Weinen.
enthält Sulfite
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Spätburgunder trocken - Sauer - Gutswein
Wein-Steckbrief
- Jahrgang
- 2022
- Rebsorten
- Spätburgunder
- Geschmack
- trocken
- Weinbaubereich
- Südliche Weinstraße
- Weinort
- Böchingen
- Alkoholgehalt
- 13 % vol
- Restzucker
- 2,3 g/l
- Säure
- 5.2 g/l
- Trinkempfehlung
- Der trockene Spätburgunder Sauer-Gutswein ist die perfekte Begleitung zu leichten Gerichten wie gegrilltem Gemüse, Pasta mit Tomatensauce oder einem gemütlichen Abend mit Freunden.
Über 35 Jahre ökologischer Weinbau aus Überzeugung
Das Weingut Heiner Sauer gehört zu den Pionieren des ökologischen Weinbaus in Deutschland und steht seit mehr als 35 Jahren für charakterstarke, lebendige Bioweine aus der Südpfalz. Bereits 1987 gegründet, als Bio-Weinbau noch eine absolute Nische darstellte, hat Heiner Sauer gemeinsam mit seiner Frau Moni das Abenteuer gewagt und von Anfang an auf ökologische und nachhaltige Bewirtschaftung gesetzt. Was mit 2,5 Hektar Rebfläche begann, ist zu einem beeindruckenden Familienbetrieb mit heute 32 Hektar in der Pfalz gewachsen – unterstützt von Sohn Valentin, der die neue Generation repräsentiert.
Seit 2021 befindet sich das Weingut in einer modernen, architektonisch beeindruckenden Betriebsstätte in Landau-Nußdorf mit großzügiger Vinothek und spektakulärem Ausblick über die Rheinebene. Die Philosophie des Hauses: nachhaltig und ganzheitlich wirtschaften, im Einklang mit der Natur arbeiten und Weine erzeugen, die man schmecken kann – authentisch, charakterstark und mit unverwechselbarem Profil.
Bioland-zertifiziert mit biodynamischen Elementen
Seit der Gründung 1987 arbeitet das Weingut nach den strengen Richtlinien des Bioland-Anbauverbandes, einer der anspruchsvollsten Bio-Zertifizierungen in Deutschland. Seit 2010 fließen zusätzlich Elemente des biodynamischen Anbaus in die Weinbergsarbeit ein, was den puristischen, naturnahen Ansatz der Familie Sauer konsequent weiterführt.
Die Prinzipien:
- Vollständiger Verzicht auf synthetische Pflanzenschutzmittel und chemische Dünger
- Üppige und vielfältige Begrünung der Weinberge als Schlüssel für nachhaltigen Weinbau
- Förderung von Biodiversität und lebendigen Weinbergs-Biotopen
- Gesunde Böden als Grundlage für charakterstarke Weine
- Ganzheitliches, umweltbewusstes Handeln in allen Bereichen der Unternehmensführung
Diese konsequente ökologische Arbeitsweise prägt maßgeblich die Qualität und den unverwechselbaren Charakter der Weine. Renommierte Weinführer bestätigen regelmäßig die herausragende Qualität aus dem Hause Sauer.
Standort Landau-Nußdorf: Südpfälzische Weinkultur
Landau-Nußdorf liegt im Herzen der Südlichen Weinstraße, einer der wärmsten und sonnigsten Regionen Deutschlands. Das milde, fast mediterrane Klima mit über 1.900 Sonnenstunden pro Jahr schafft ideale Voraussetzungen für den Anbau einer breiten Rebsortenpalette – von klassischen pfälzischen Sorten bis zu internationalen Varietäten.
Die Weinberge des Weinguts profitieren von vielfältigen Böden mit Lehm-, Löss-, Kalk- und Buntsandsteinanteilen. Diese Bodenvielfalt ermöglicht differenzierte Weine mit unterschiedlichsten Charakteren – von mineralisch-elegant bis körperreich und kraftvoll. Die natürliche Begrünung der Weinberge schützt, pflegt und belebt die Böden und ist ein wichtiges Instrument der ökologischen Bewirtschaftung.
Seit 2021 beeindruckt die neue Betriebsstätte in Landau-Nußdorf mit ihrer nachhaltigen Architektur: ressourcenschonend, transparent und nachhaltig gebaut, verkörpert das Gebäude die Unternehmensphilosophie. Die moderne Vinothek mit großzügiger Terrassenanlage bietet nicht nur einen spektakulären Ausblick über Weinberge und Rheinebene, sondern auch Einblicke ins Kelterhaus, den Holzfasskeller und die Weinberge.
Rebsorten: Pfälzische Vielfalt auf 32 Hektar
Das Weingut Heiner Sauer kultiviert eine beeindruckende Rebsortenvielfalt, die die Stärken der Südpfalz ausnutzt. Der Rebsortenspiegel umfasst viele bekannte und auch weniger bekannte Namen und zeigt die Experimentierfreude und das Qualitätsbewusstsein der Familie.
Weißweine:
Riesling, Grauburgunder, Weißburgunder und Chardonnay bilden das Rückgrat des Weißwein-Sortiments. Besonders erwähnenswert ist der Grauburgunder "Farbton", der mit seiner mineralischen Energie imponiert. Auch aromatische Sorten wie Gewürztraminer, Muskateller und weniger verbreitete Rebsorten wie Grünfränkisch ergänzen das vielfältige Angebot.
Rotweine:
Die Südpfalz ist Rotweinland, und das Weingut Sauer nutzt diese klimatischen Vorzüge konsequent. Spätburgunder überzeugt mit Frische und Geschmeidigkeit, während St. Laurent und Heroldrebe zu den besonderen Spezialitäten gehören. Auch Dornfelder, Portugieser und internationale Sorten wie Merlot und Syrah finden ihren Platz im Sortiment.
Die Rebsortenvielfalt in der Pfalz ist deutlich breiter als im spanischen Ableger der Familie und ermöglicht sowohl leichte, aromatische Weißweine als auch kraftvolle Rotweine mit unterschiedlichsten Stilistiken.
Spontangärung und minimalistischer Weinausbau
Im Keller verfolgt das Weingut Sauer einen puristischen, minimalistischen Ansatz: "Weniger ist mehr" lautet die Devise. Der Keller ist die Stätte der Veredlung, in der frischer Traubenmost sich zu facettenreicher Weinqualität verwandelt. Neben handwerklichem Können sind beim Weinausbau Geduld und Fingerspitzengefühl gefragt.
Ein besonderes Merkmal: Das Weingut praktiziert seit Jahren konsequent die Spontangärung – den Verzicht auf Reinzuchthefen zugunsten der natürlichen, im Weinberg vorhandenen Hefen. Diese Arbeitsweise ist die konsequente Fortführung der ökologischen Philosophie im Keller und verleiht den Weinen ihre Individualität und ihren unverwechselbaren Charakter.
Die Weine entwickeln sich möglichst natürlich, ohne überflüssige önologische Eingriffe. Das Ergebnis sind lebendige, authentische Weine, die ihr Terroir und ihre Herkunft klar zum Ausdruck bringen – Weine mit Ecken und Kanten, authentisch und individuell, genau wie die Familie Sauer selbst.
Bodegas Palmera: Der spanische Traum
Eine Besonderheit des Weinguts Sauer ist die internationale Dimension: 1998 erfüllte sich Heiner Sauer einen langgehegten Jugendtraum und gründete mit Bodegas Palmera ein eigenes Weingut in Spanien. Das Weingut liegt im bergigen Weinbaugebiet Utiel Requena, etwa 70 Kilometer landeinwärts von Valencia, auf 800 Meter Höhe.
Hier bewirtschaftet die Familie auf rund 20 Hektar Rebfläche nach denselben strengen ökologischen Richtlinien wie in der Pfalz. Das kontinentale Klima mit hohen Temperaturschwankungen, kalk- und steinreiche Böden sowie regenarme Bedingungen prägen den Charakter der spanischen Weine. Uralte Mandel- und Olivenbäume sowie Bergpalmen – die Namensgeber des Weinguts – prägen das Terrain.
Spanische Spezialitäten:
- Bobal 1900: Aus über 120 Jahre alten Rebstöcken, konzentriert und komplex
- Rosado Palmera: Rosé aus Bobal-Trauben mit außergewöhnlicher Fruchtaromatik
- L'Angelet: Tempranillo von über 50-jährigen Rebstöcken, ein Duftfeuerwerk mit konzentrierter Aromatik
- Weitere Rotweine aus Merlot und Syrah
Diese spanischen Weine ergänzen das pfälzische Sortiment perfekt und ermöglichen dem Weingut Sauer, körperreiche, südländisch geprägte Rotweine anzubieten, die das Profil abrunden.
Auszeichnungen und Anerkennung
Die Qualität der Weine aus dem Hause Sauer wird regelmäßig von renommierten Weinführern und Kritikern bestätigt. Weinmagazine wie Falstaff würdigen die verlässliche Qualität, die zeitgeistigen Modeerscheinungen trotzt und immer eines im Blick behält: auch kulinarisch zu überzeugen.
Die Weine, seit über 35 Jahren in Bioqualität, sind absolut verlässlich und zeigen Konstanz auf hohem Niveau. Besonders hervorgehoben werden immer wieder die mineralische Energie des Grauburgunders "Farbton" und der stilvolle, frische Spätburgunder.
Die Vinothek: Wein, Architektur und Ausblick
Die 2021 eröffnete Vinothek in Landau-Nußdorf ist weit mehr als nur ein Verkaufsraum – sie ist ein Gesamterlebnis, das Weingenuss und moderne Architektur verbindet. Zeitloses Design und die vorrangige Verwendung natürlicher Baumaterialien schaffen den idealen Raum zum Erkunden und Entdecken der Weine.
Angebot in der Vinothek:
- Verkostung und Verzehr der Weine während der Öffnungszeiten
- Organisierte Weinproben für Gruppen ab vier Personen
- Verköstigung von sechs Weinen aus dem pfälzischen und spanischen Sortiment
- Kleine Speisen und Tapas-Format
- Großzügige Terrassenanlage mit spektakulärem Ausblick
Die Vinothek ist extern anmietbar und eignet sich hervorragend für Events. Regelmäßig finden besondere Veranstaltungen statt, wie mehrgängige Menüs mit Weinbegleitung oder kulinarische Abende mit renommierten Köchen.
Kulinarik: Weine zum Essen
Die Weine des Weinguts Sauer sind ausdrücklich darauf ausgelegt, kulinarisch zu überzeugen. Sie sind keine reinen "Showweine" für Verkostungen, sondern vielseitige Essensbegleiter, die am Tisch ihre wahren Qualitäten zeigen.
Die pfälzischen Weine harmonieren hervorragend mit regionaler Küche, mediterranen Gerichten und moderner Gourmetküche. Die spanischen Rotweine sind ideale Partner zu kräftigen Fleischgerichten, Wild und intensiven Käsesorten.
Das Team: Gemeinsam stark
Der Erfolg des Weinguts basiert auf dem engagierten Team, das die Unternehmensphilosophie voll und ganz mitträgt. Heiner und Moni Sauer haben mit Neugier, Pioniergeist und etwas Abenteuerlust den Betrieb aufgebaut. Sohn Valentin bringt als neue Generation frische Impulse ein und führt das Erbe mit eigenen Ideen weiter.
Alle Mitarbeiter identifizieren sich mit der ökologischen Arbeitsweise und tragen täglich mit ihrer Motivation, Kreativität und individuellen Fähigkeiten zum Erfolg bei. Diese gemeinsame Überzeugung ist spürbar in jedem Wein und bei jedem Besuch im Weingut.
Nachhaltigkeit in allen Bereichen
Die Nachhaltigkeit endet nicht im Weinberg, sondern durchzieht alle Bereiche des Unternehmens:
- Ressourcenschonende Architektur der Betriebsstätte
- Transparente Unternehmensführung
- Verwendung natürlicher Baumaterialien
- Ganzheitliches, umweltbewusstes Handeln
- Closed-Loop-Denken vom Weinberg bis zur Flasche
Authentizität mit Ecken und Kanten
Die Familie Sauer schätzt ihre Unabhängigkeit und Freiheit, die Möglichkeit, sich selbst in der Arbeit zu verwirklichen. "So wie wir – authentisch und individuell, mit Ecken und Kanten – sind auch unsere Weine", formuliert es Valentin Sauer treffend.
In der Vergangenheit wurde das Erreichte immer wieder hinterfragt, um zum richtigen Zeitpunkt wichtige Innovationen auf den Weg zu bringen. Dabei ging es auch darum zu beweisen, dass ökologischer Weinbau und qualitativ hochwertiger Wein kein Widerspruch sein müssen – ein Beweis, der überzeugend gelungen ist.
Fazit: Pioniergeist und Qualität seit 1987
Das Weingut Heiner Sauer ist ein leuchtendes Beispiel dafür, dass ökologischer Weinbau und Spitzenqualität Hand in Hand gehen können. Seit über 35 Jahren beweist die Familie, dass nachhaltige Bewirtschaftung, respektvoller Umgang mit der Natur und charakterstarke Weine keine Gegensätze sind, sondern einander bedingen.
Die Kombination aus pfälzischen und spanischen Weinen bietet eine einzigartige Vielfalt, die von elegant-mineralisch bis kraftvoll-konzentriert reicht. Alle Weine tragen die unverwechselbare Handschrift der Familie Sauer: authentisch, lebendig und mit dem Anspruch, nicht nur im Glas, sondern auch am Tisch zu überzeugen.
Entdecken Sie in unserem Sortiment die facettenreichen Bio-Weine des Weinguts Heiner Sauer – charakterstarke Persönlichkeiten aus der Pfalz und Spanien, die Pioniergeist, Qualität und Nachhaltigkeit auf beeindruckende Weise vereinen!
Die Erfolgsgeschichte einer edlen Rebsorte in der Pfalz
Pfälzer Spätburgunder hat in den vergangenen Jahrzehnten eine bemerkenswerte Entwicklung durchlaufen und sich von der unterschätzten Nebenrolle zu einer der spannendsten Rotwein-Kategorien Deutschlands entwickelt. Was einst im Schatten baden-württembergischer Spätburgunder stand, begeistert heute Weinkenner weltweit: Die Pfalz bringt Pinot Noir hervor, der Finesse mit Fülle, Eleganz mit Kraft und burgundischen Charakter mit südpfälzischer Persönlichkeit verbindet.
Mit rund 1.600 Hektar Anbaufläche ist der Spätburgunder die zweitwichtigste Rotweinrebsorte der Pfalz nach dem Dornfelder. Doch während der Dornfelder oft für Alltagsweine steht, repräsentiert der Spätburgunder die qualitative Speerspitze des pfälzischen Rotweinbaus. Ambitionierte Winzer investieren in erstklassige Lagen, reduzierte Erträge, sorgfältige Handlese und geduldigen Ausbau – das Ergebnis sind Weine von beeindruckender Komplexität, Eleganz und Alterungsfähigkeit, die sich mit internationalen Spitzenweinen messen können.
Terroir und Klima: Ideale Bedingungen für Pinot Noir
Die Pfalz bietet für Spätburgunder außergewöhnlich vielfältige Terroirs, die unterschiedlichste Stilistiken ermöglichen. Das grundsätzlich warme, sonnenverwöhnte Klima der Region wird durch verschiedene Lagen und Bodentypen differenziert und schafft so Bedingungen, die von burgundisch-kühl bis südpfälzisch-warm reichen.
Mittelhaardt: In den kühleren Lagen am Haardtrand, besonders auf Buntsandsteinböden, entstehen elegante, finessenreiche Spätburgunder mit burgundischem Charakter. Die mineralischen Böden, geschützte Nordlagen und mäßigere Temperaturen fördern Weine mit feiner Frucht, lebendiger Säure und seidigen Tanninen – Pinot Noir, wie ihn burgundische Winzer schätzen würden.
Südliche Weinstraße: In den wärmeren Lagen der Südpfalz zeigt sich der Spätburgunder von seiner vollmundigen, kraftvollen Seite. Hier entstehen Weine mit reifer roter und schwarzer Frucht, fülliger Textur und samtigem Tannin – südpfälzische Interpretationen mit mehr Körper und Opulenz als die kühlen Pendants aus dem Norden.
Bodenvielfalt als Qualitätsfaktor:
Buntsandstein: Verleiht Eleganz, Finesse und eine feine mineralische Note. Die durchlässigen, warmen Böden sind ideal für filigrane Spätburgunder.
Kalkstein: Fördert strukturierte, langlebige Weine mit Rückgrat und feiner Säure. Kalkböden gelten weltweit als Premiumstandorte für Pinot Noir.
Lehm und Löss: Bringen körperreiche, kraftvolle Spätburgunder mit Fülle und Substanz hervor. Diese Böden dominieren in der Südpfalz und liefern zugängliche, fruchtbetonte Weine.
Diese Terroir-Vielfalt ermöglicht es pfälzischen Winzern, das gesamte Stilspektrum von Spätburgunder abzudecken – von zart und filigran bis kraftvoll und konzentriert.
Weinbergspflege: Qualität durch Handarbeit
Spätburgunder ist eine anspruchsvolle Rebsorte, die höchste Sorgfalt im Weinberg erfordert. Pfälzische Spitzenwinzer wissen: Große Spätburgunder entstehen im Weinberg, nicht im Keller. Die Kunst besteht darin, physiologisch perfekt reife Trauben zu ernten – mit ausgereiften Tanninen, reifer Frucht und ausbalancierter Säure.
Ertragsreduktion: Hochwertige Spätburgunder erfordern niedrige Erträge. Während Basisweine mit 60-80 Hektoliter pro Hektar auskommen, werden bei Großen Gewächsen oft nur 30-40 Hektoliter angestrebt. Durch Ausdünnen und selektive Ernte wird die Konzentration erhöht.
Laubarbeit: Intensive Laubarbeit sorgt für optimale Durchlüftung der Traubenzone, reduziert Pilzdruck und ermöglicht gleichmäßige Ausreifung. Gleichzeitig müssen die Trauben vor zu viel direkter Sonne geschützt werden, um Verbrennungen zu vermeiden.
Klonselektion: Moderne pfälzische Winzer arbeiten mit verschiedenen Spätburgunder-Klonen, die unterschiedliche Charakteristika aufweisen. Durch geschickte Kombination verschiedener Klone entstehen komplexe, vielschichtige Weine.
Handlese: Bei Spitzenweinen ist selektive Handlese selbstverständlich. Nur vollreife, gesunde Trauben gelangen in den Keller – unreife oder beschädigte Beeren werden aussortiert.
Ausbau: Zwischen Tradition und Innovation
Der Ausbau von Spätburgunder ist eine Kunst, die Erfahrung, Fingerspitzengefühl und Geduld erfordert. Pfälzische Winzer haben in den vergangenen Jahrzehnten viel experimentiert und gelernt – heute verbinden sie burgundische Traditionen mit eigenen Erfahrungen.
Maischegärung: Die Dauer der Maischestandzeit bestimmt maßgeblich Farbe, Tannin und Struktur des Weins. Während früher oft lange Maischestandzeiten üblich waren, setzen moderne Winzer zunehmend auf kürzere, schonendere Mazerationen, um Eleganz und feine Tannine zu erzielen. Typisch sind 10-14 Tage Maischestandzeit.
Ganztraubenvergärung: Manche Spitzenwinzer experimentieren mit Ganztraubenvergärung (teilweise oder vollständig), bei der unentrapte Trauben mitvergoren werden. Dies kann zusätzliche aromatische Komplexität und seidige Textur bringen.
Barrique-Ausbau: Hochwertiger Spätburgunder reift traditionell in französischen Eichenholzfässern (Barriques oder größeren Fässern wie Demi-Muids). Der Holzanteil variiert je nach gewünschtem Stil: Während manche Winzer bis zu 50% neues Holz einsetzen, bevorzugen andere gebrauchte Fässer, um den Fruchtcharakter zu bewahren. Die Reifezeit beträgt typischerweise 12-18 Monate.
Spontangärung: Immer mehr pfälzische Spitzenwinzer setzen auf Spontangärung mit natürlichen Hefen, um Authentizität und Terroir-Ausdruck zu fördern.
Reifung auf der Feinhefe: Längere Hefelagerung verleiht dem Wein zusätzliche Komplexität, cremige Textur und harmonische Integration von Holz und Frucht.
Geschmacksprofile: Von elegant bis kraftvoll
Pfälzischer Spätburgunder präsentiert sich in unterschiedlichsten Stilistiken, die alle ihre Berechtigung und ihr Publikum haben:
Elegante, burgundische Stilistik:
Kühle Lagen, Buntsandstein, zurückhaltender Holzeinsatz – diese Spätburgunder zeigen helle Kirschfrucht, florale Noten, feine Gewürze und seidige Tannine. Sie sind filigran, präzise und erinnern an Vorbilder aus der Côte d'Or. Aromen von Erdbeeren, Himbeeren, Kirschen, Veilchen und dezenten Kräuternoten dominieren.
Moderne, fruchtige Stilistik:
Mittlere Extraktion, moderater Holzeinsatz, zugängliche Tannine – diese Weine zeigen saftige rote Beerenfrucht, Frische und Trinkfreude. Sie sind weniger komplex als Große Gewächse, aber ausdrucksstark und vielseitig einsetzbar.
Kraftvolle, südpfälzische Stilistik:
Warme Lagen, reife Trauben, längere Maischestandzeit – diese Spätburgunder zeigen dunkle Beerenfrucht, Fülle und Struktur. Aromen von schwarzen Kirschen, Pflaumen, Gewürzen und Schokolade dominieren. Sie haben mehr Körper und Alkohol als burgundische Pendants, aber auch die Kraft, kräftige Speisen zu begleiten.
Reserve und Große Gewächse:
Die Spitze der Qualitätspyramide – Weine aus erstklassigen Einzellagen, alten Reben, minimalen Erträgen und langem Ausbau. Diese Spätburgunder sind komplex, vielschichtig und haben das Potenzial, sich über ein Jahrzehnt oder länger weiterzuentwickeln.
Aromenspektrum und Entwicklung
Junger Spätburgunder zeigt typischerweise:
- Rote Beeren: Erdbeeren, Himbeeren, Kirschen
- Florale Noten: Veilchen, Rosen
- Frische Kräuter und feine Gewürze
Mit der Reifung entwickeln sich:
- Dunkle Früchte: Schwarzkirschen, Brombeeren
- Tertiäre Aromen: Unterholz, Pilze, Leder
- Würzige Komplexität: Zimt, Nelken, Tabak
- Erdige Noten: Waldboden, Trüffel
Hochwertige pfälzische Spätburgunder können problemlos 10-15 Jahre reifen und gewinnen dabei an Komplexität, Harmonie und Eleganz.
Qualitätsstufen: Vom Gutswein zum Großen Gewächs
Das Angebot an pfälzischem Spätburgunder deckt alle Qualitäts- und Preisstufen ab:
Gutsweine: Solide Basis-Spätburgunder für den täglichen Genuss. Fruchtig, zugänglich und unkompliziert, oft im Edelstahl oder mit minimalem Holzeinsatz ausgebaut. Perfekt für gesellige Runden und als Einstieg in die Welt des Spätburgunders.
Ortsweine: Aus den besten Lagen einer Gemeinde, mit deutlicherem Terroir-Ausdruck. Oft bereits mit Barrique-Ausbau und mehr Komplexität. Ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Lagenweine: Aus renommierten Einzellagen mit Namen wie Forster Ungeheuer, Deidesheimer Grainhübel oder Birkweiler Kastanienbusch. Diese Weine zeigen klar ihr Terroir und sind für längere Lagerung geeignet.
Große Gewächse (GG): Die Spitze der Qualitätspyramide. Trockene Spitzenweine aus den besten VDP-Lagen, streng selektiert, mit minimalem Ertrag und langem Ausbau. Diese Weine spielen in der internationalen Liga mit und können Preise wie burgundische Premiers Crus erreichen.
Alte Reben / Selektion: Manche Weingüter bieten Spätburgunder von besonders alten Rebstöcken (30+ Jahre) an. Diese Weine zeigen oft besondere Konzentration, Komplexität und Tiefe.
Kulinarische Begleitung: Der vielseitige Partner
Spätburgunder gilt als einer der vielseitigsten Essensbegleiter überhaupt. Seine moderate Tanninstruktur, lebendige Säure und aromatische Komplexität machen ihn zum idealen Partner für zahlreiche Gerichte:
Klassische Kombinationen:
- Wild: Rehrücken, Wildschwein, Hirsch – die klassische Paarung
- Geflügel: Ente, Gans, Taube, Wachtel
- Pilzgerichte: Steinpilze, Morcheln, Trüffel
- Rotes Fleisch: Rosa gebratenes Rinderfilet, Kalbfleisch
- Käse: Weichkäse wie Époisses, Camembert, gereifter Comté
Moderne Pairings:
- Thunfisch und andere kräftige Fische
- Asiatische Küche mit Ente oder Schweinefleisch
- Vegetarische Gerichte mit Pilzen und Wurzelgemüse
- Herzhafte Eintöpfe und Schmorgerichte
Die Serviertemperatur liegt idealerweise bei 16-18°C – nicht zu warm, damit die Eleganz erhalten bleibt, aber auch nicht zu kühl, damit sich die Aromen entfalten können.
Pfälzische Spätburgunder-Hochburgen
Bestimmte Regionen und Lagen der Pfalz haben sich als besondere Spätburgunder-Terroirs etabliert:
Mittelhaardt: Orte wie Forst, Deidesheim, Ruppertsberg und Wachenheim bringen elegante, mineralische Spätburgunder mit burgundischem Charakter hervor.
Birkweiler in der Südpfalz gilt als Rotwein-Hochburg mit hervorragenden Spätburgundern, die Kraft und Eleganz verbinden.
Schweigen-Rechtenbach an der französischen Grenze profitiert von seiner südlichen Lage und bringt vollmundige, reife Spätburgunder hervor.
St. Martin und das Umland bieten geschützte Lagen am Haardtrand mit idealen Bedingungen für Spätburgunder.
VDP und Spitzenweingüter
Viele der besten pfälzischen Spätburgunder stammen von VDP-Mitgliedsbetrieben (Verband Deutscher Prädikatsweingüter), die sich höchsten Qualitätsstandards verpflichtet haben. Diese Güter haben in den vergangenen Jahrzehnten enorm in Qualität investiert und pfälzischen Spätburgunder auf internationales Niveau gehoben.
Renommierte Weingüter experimentieren mit unterschiedlichen Ausbaumethoden, Klonen und Lagencharakteren und treiben die Qualitätsentwicklung stetig voran. Ihre Spätburgunder werden regelmäßig mit Höchstbewertungen von Weinkritikern ausgezeichnet.
Bio und Biodynamie
Immer mehr pfälzische Spätburgunder stammen aus biologischem oder biodynamischem Anbau. Gesunde Böden, natürliche Bewirtschaftung und minimale Intervention im Keller fördern authentische, terroir-geprägte Weine mit lebendiger Struktur. Viele Spitzenwinzer sind überzeugt: Die besten Spätburgunder entstehen im Einklang mit der Natur.
Preis-Leistung: Qualität für jeden Geldbeutel
Einer der großen Vorzüge pfälzischer Spätburgunder ist das hervorragende Preis-Leistungs-Verhältnis. Während burgundische Pinot Noirs oft dreistellige Beträge kosten, bietet die Pfalz:
- Solide Gutsweine ab 8-12 Euro
- Charaktervolle Ortsweine für 15-25 Euro
- Ambitionierte Lagenweine für 25-40 Euro
- Große Gewächse für 40-80 Euro
Damit ist pfälzischer Spätburgunder deutlich zugänglicher als seine burgundischen Vorbilder und macht Spitzenqualität für ein breiteres Publikum erreichbar.
Lagerung und Reifepotenzial
Während einfache Spätburgunder für den baldigen Genuss gedacht sind, haben hochwertige Lagenweine und Große Gewächse beeindruckendes Reifepotenzial:
- Gutsweine: 2-4 Jahre
- Ortsweine: 3-6 Jahre
- Lagenweine: 5-10 Jahre
- Große Gewächse: 10-20 Jahre und mehr
Bei kühler, dunkler Lagerung (12-14°C) und liegender Position entwickeln sich die Weine langsam weiter, gewinnen an Komplexität und Harmonie. Die Tannine integrieren sich, die Frucht wandelt sich zu tertiären Aromen, und der Wein zeigt seine wahre Größe.
Die Zukunft: Klimawandel als Chance
Der Klimawandel stellt für viele Weinregionen eine Herausforderung dar – für pfälzischen Spätburgunder könnte er jedoch eine Chance sein. Während traditionelle Pinot-Regionen wie das Burgund mit zu hohen Temperaturen kämpfen, profitiert die Pfalz von der Erwärmung: Spätburgunder reift sicherer aus, Spitzenjahrgänge werden häufiger, und die Stilistik wird vollmundiger und international konkurrenzfähiger.
Gleichzeitig bewahren kühlere Lagen der Pfalz weiterhin burgundischen Charakter und bieten so das gesamte Stilspektrum von elegant bis kraftvoll.
Fazit: Weltklasse aus der Pfalz
Pfälzischer Spätburgunder hat den Sprung in die Weltklasse geschafft. Was vor Jahrzehnten noch belächelt wurde, gehört heute zur Speerspitze deutschen Rotweinbaus. Die Kombination aus idealen Terroirs, ambitionierten Winzern und jahrzehntelanger Erfahrung hat Pinot Noir hervorgebracht, der sich nicht hinter internationalen Vorbildern verstecken muss.
Ob Sie elegante, burgundische Stile oder kraftvolle, südpfälzische Interpretationen bevorzugen – die Pfalz bietet für jeden Geschmack den passenden Spätburgunder. Und das zu Preisen, die deutlich unter vergleichbaren Burgundern liegen.
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