Ruppertsberg Sauvignon Blanc - Bassermann Jordan - VDP.Ortswein
- Regulärer Preis“
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Weingut / Lieferant: Bassermann-Jordan
Typ: Weisswein
Art. Nr.: bassermann-171
Verfügbar: Verfügbar
Der Ruppertsberg Sauvignon Blanc von Weingut Bassermann Jordan, ein klassifizierter VDP.Ortswein, illustriert die Vielfalt und das Potenzial des Weinorts Ruppertsberg. Während Ruppertsberg vornehmlich für seine exzellenten Rieslinge und Gewürztraminer bekannt ist, bieten die vielschichtigen Buntsandsteinverwitterungsböden, die reich an Ton, Lehm, Löss und Muschelkalk sind, auch ideale Bedingungen für die Kultivierung von Burgunderreben. Dieser Sauvignon Blanc spiegelt die einzigartige Terroir-Charakteristik von Ruppertsberg wider, wobei der Wein durch seine spannende und elegante Art beeindruckt. Die mineralischen Komponenten des Bodens verleihen ihm eine besondere Tiefe und Komplexität, die sich in lebhaften, aromatischen Noten von frischen Kräutern, Zitrusfrüchten und einer unterschwelligen floralen Note ausdrückt. Am Gaumen bietet der Wein eine straffe Struktur, gepaart mit einer erfrischenden Säure, die ihn zu einem ausgezeichneten Begleiter für eine Vielzahl von Speisen macht, insbesondere zu Meeresfrüchten und frischen Salaten. Bassermann Jordan Ruppertsberg Sauvignon Blanc ist ein herausragendes Beispiel für die Qualität und Vielfalt, die in diesem einzigartigen Weinbaugebiet erzeugt wird.
enthält Sulfite
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Ruppertsberg Sauvignon Blanc - Bassermann Jordan - VDP.Ortswein
Wein-Steckbrief
- Jahrgang
- 2022
- Rebsorten
- Sauvignon Blanc
- Weinbaubereich
- Mittelhaardt/Deutsche Weinstraße
- Weinort
- Deidesheim
- Alkoholgehalt
- 12,5 % vol
- Restzucker
- 6,6 g/l
- Säure
- 7.2 g/l
- Trinkempfehlung
- Der Ruppertsberg Sauvignon Blanc von Bassermann Jordan ist ein trockener Weißwein, der perfekt zu leichten Fischgerichten, sommerlichen Salaten oder als erfrischender Begleiter bei geselligen Anlässen passt.
Weingut Geheimer Rat Dr. von Bassermann-Jordan – Über 300 Jahre Pfälzer Weinkultur auf Weltniveau
Das Weingut Geheimer Rat Dr. von Bassermann-Jordan ist im rheinland-pfälzischen Deidesheim in der Pfalz ansässig und produziert vorwiegend Rieslingweine auf einer Rebfläche von rund 50 Hektar. Als eines der traditionsreichsten und renommiertesten Weingüter Deutschlands steht der Name Bassermann-Jordan seit über drei Jahrhunderten für kompromisslose Qualität, terroirgeprägte Spitzenweine und die perfekte Symbiose aus Tradition und Innovation.
Eine Familiengeschichte, die den Pfälzer Weinbau prägte
Die Geschichte des Weinguts begann 1718, als der aus Cluses in Savoyen stammende Peter Jordan das Weingut gründete, das 1783 nach Deidesheim umzog. Den entscheidenden Wendepunkt markierte jedoch der junge Andreas Jordan (1775–1848), der nach dem Tod seiner Eltern im Alter von nur 20 Jahren das Weingut übernahm. Er revolutionierte den Weinbau in der Region und begründete den Qualitätsweinbau mit, indem er wegweisende Methoden einführte.
Andreas Jordan führte als erster Winzer in der heutigen Pfalz den Qualitätsweinbau ein: Er wartete den richtigen Zeitpunkt bei der Weinlese bis zur Edelfäule ab, unterschied konsequent die Rebsorten bei der Verarbeitung im Keller und bevorzugte edle Rebsorten wie Traminer und Riesling. Seine Innovationskraft zeigte sich auch darin, dass Jordan 1802 als Erster in der Pfalz den Namen der Weinlage „Deidesheimer Geheu" neben dem Jahrgang zur Kennzeichnung seiner Weine verwendete – ein revolutionärer Schritt, der die lagenspezifische Vermarktung begründete.
Durch strategische Zukäufe, besonders in Krisenjahren, konnte Jordan sein Weingut beträchtlich vergrößern. 1815 erwarb er den Ketschauer Hof in Deidesheim mitsamt einiger hervorragender Weinlagen. Bei der Ersten Allgemeinen Deutschen Industrieausstellung in München errang das Weingut die Große Denkmünze, da seine Weine die anderen pfälzischen qualitätsmäßig übertroffen hätten. Auch bei Weltausstellungen in Paris, Wien, Philadelphia und Melbourne wurden die Jordanschen Weine mit Medaillen geehrt.
Da Ludwig Andreas Jordan keinen männlichen Erben hatte, vollzog sein Schwiegersohn Emil Bassermann nach Jordans Tod 1883 mit Genehmigung des bayerischen Königs Ludwig II. die Namensänderung zu Bassermann-Jordan, um den legendären Namen zu bewahren. 1917 wurde Friedrich von Bassermann-Jordan in den Adelsstand erhoben, was dem Weingut seinen heutigen vollständigen Namen verlieh.
VDP-Mitgliedschaft seit 1910 – Ein Jahrhundert Spitzenqualität
Das Weingut ist seit 1910 Mitglied im Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP), einem der exklusivsten Zusammenschlüsse deutscher Spitzenweingüter. Diese über 115-jährige VDP-Mitgliedschaft unterstreicht die kontinuierlich hohe Qualität und das Engagement für terroirgeprägte Weine. Als Mitglied im VDP klassifiziert das Weingut nach der Qualitätspyramide des VDP die besten Lagen aus Forst und Deidesheim.
Viele alte Weinjahrgänge, darunter solche, die noch unter Andreas Jordan produziert wurden, wie der legendäre Kometenweinjahrgang 1811, sind noch immer in den Bassermann-Jordanschen Weinkellern gelagert. Das 1811er-Etikett der Burgunderflaschen von Bassermann-Jordan ist berühmt, da es zu den ältesten seiner Art gehört.
Erstklassige VDP.GROSSE LAGEN – Das Terroir der Spitzenklasse
Die Weinberge des Weinguts Bassermann-Jordan liegen in den allerbesten Lagen der Mittelhaardt. Mehr als 30 Prozent davon sind VDP Große Lagen wie Jesuitengarten, Hohenmorgen und Deidesheimer Paradiesgarten. Zu den legendären Einzellagen zählen außerdem das weltberühmte Forster Kirchenstück, der Forster Pechstein, das Forster Ungeheuer sowie der Deidesheimer Kalkofen – allesamt Namen, die bei Weinliebhabern weltweit höchste Wertschätzung genießen.
Die einzigartigen Lagen des Weinguts wie Forster Kirchenstück, Hohenmorgen und Jesuitengarten zählen zu den besten der Pfalz. Hier gedeihen die Reben auf mineralreichen Böden, die den Weinen ihre unverwechselbare Terroirnote verleihen. Die Böden bestehen aus Buntsandstein, Muschelkalk, Basalt und Lösslehm – jede Lage mit ihrer individuellen Charakteristik, die sich deutlich in den Weinen widerspiegelt.
Der Forster Riesling spiegelt den Charakter der pfälzer Weinberge rund um Forst wider. Mineralität und Frucht sind bei diesen Weinen ein großes Thema. Der Basalt speichert die Wärme, und das gespeicherte Wasser löst die Mineralstoffe aus dem Boden beziehungsweise dem Basalt. Der Deidesheimer Riesling zeigt mehr Eleganz und das auch schon in jungen Jahren. Der Ruppertsberger Riesling zeigt sich früh zugänglich und sehr oft mit blumigen Aromakomponenten – ein eleganter Wein mit weniger Säure.
Riesling als Königsdisziplin – Die Rebsortenvielfalt
Der Riesling ist und bleibt die Paradedisziplin des Weinguts Bassermann-Jordan. Die Rieslinge machen den größten Teil der Weißweine im Weingut in Deidesheim aus. Von kristallklaren, mineralischen Ortsweinen über charaktervolle Lagenweine bis hin zu monumentalen Großen Gewächsen reicht die Bandbreite. Jeder Riesling erzählt die Geschichte seiner Herkunft und spiegelt die Einzigartigkeit des Terroirs wider.
Doch auch die Burgundersorten spielen eine bedeutende Rolle im Sortiment: Weißburgunder, Grauburgunder, Spätburgunder und Chardonnay ergänzen das Portfolio. Der Sauvignon Blanc Fumé begeistert mit seinen Aromen, während die Cuvée „Deux Nez" – eine harmonische Verschmelzung von Cabernet Sauvignon und Merlot – die internationale Ausrichtung des Weinguts unterstreicht. Ergänzt wird das Sortiment durch Spezialitäten wie Gewürztraminer, Gelber Muskateller und Scheurebe.
Tradition trifft Moderne – Kellerwirtschaft auf höchstem Niveau
Im historischen Weinkeller in Deidesheim reifen im jahrhundertelang gewachsenen Sandsteingewölbe kostbare Weine traditionell im Holzfass. Diese fast einen Kilometer langen Gewölbekeller sind das Herzstück der Weintradition und verleihen den Weinen ihre besondere Reife und Komplexität. Der Sekt von Bassermann-Jordan wird in traditioneller Flaschengärung hergestellt, was höchste Qualität und feinste Perlage garantiert.
In der modernen Kelter- und Kellerbetriebstätte hingegen wird der Wein auf höchstem technischem Niveau in moderner, fruchtbetonter Richtung ausgebaut. Dabei wird großer Wert auf eine behutsame, natürliche Gärung ohne künstliche Zusatzstoffe gelegt. Die Anbaumethoden, Vinifikation und Reifung der pfälzer Weiß- und Rotweine findet hier auf höchstem Niveau statt.
Das Weingut legt großen Wert auf nachhaltige und qualitätssteigernde Anbaumethoden. Behutsame Handlese, biologischer Pflanzenschutz und der Einsatz natürlicher Präparate sind feste Bestandteile der Philosophie des Hauses. Die Qualitätsweine bleiben so lange wie möglich auf der Feinhefe liegen, was ihnen zusätzliche Cremigkeit und Komplexität verleiht.
VDP.GROSSE GEWÄCHSE – Die Krönung des Sortiments
Das VDP.GROSSE GEWÄCHS aus der Pfalz stellt die besten trockenen Prädikatsweine im Weingut in Deidesheim dar. Die Rebsorten (Weißburgunder, Riesling und Spätburgunder), die maximale Erntemenge und die Lagen als VDP.GROSSE LAGE sind festgelegt. Die Großen Gewächse von Bassermann-Jordan zählen zu den gefragtesten deutschen Weinen und werden von Kritikern regelmäßig mit Höchstbewertungen ausgezeichnet.
Legendäre Große Gewächse wie der Riesling aus dem Forster Kirchenstück, dem Forster Pechstein, dem Forster Ungeheuer, dem Deidesheimer Kalkofen oder dem Ruppertsberger Reiterpfad verkörpern die absolute Spitze des deutschen Weinbaus. Diese Weine vereinen Kraft und Eleganz, Mineralität und Frucht, Komplexität und Trinkfluss in vollendeter Harmonie.
Stilvielfalt für jeden Weinliebhaber
Das Ergebnis sind Weine mit viel Charakter und Tiefe. Sie reichen von terroirbetonten, mineralischen Klassikern, die nachhaltig und lagerfähig sind, bis hin zu modernen, feinfruchtigen und expressiven Tropfen. So bietet das Weingut eine beeindruckende Stilvielfalt, die sowohl Traditionsliebhaber als auch moderne Genießer begeistert.
Das Sortiment umfasst unkomplizierte Gutsweine für den täglichen Genuss, charaktervolle Ortsweine aus Deidesheim, Forst und Ruppertsberg, terroirspezifische Lagenweine sowie die monumentalen Großen Gewächse. Hinzu kommen edelsüße Auslesen und Spätlesen, prickelnde Sekte in traditioneller Flaschengärung sowie moderne Interpretationen wie der frische Blanc de Noir Rosé und der lebendige Secco.
Ein Weingut mit Geschichte und Zukunft
Im Jahr 2002 veräußerte die Eigentümerfamilie das Weingut an den Neustadter Unternehmer Achim Niederberger (1957–2013), zu dessen Unternehmensgruppe es seitdem gehört. Unter dieser Führung wurde der historische Ketschauer Hof zu einem exklusiven Hotel- und Restaurantkomplex ausgebaut, der heute Weinkultur und gehobene Gastronomie auf höchstem Niveau vereint.
Das Weingut Dr. von Bassermann-Jordan ist nicht nur Wein einer einzelnen Person. Die Zusammenarbeit vieler Einzelner und Freude an der Weiterentwicklung der Vision ermöglicht erst den Erfolg. Bei Bassermann-Jordan steht die Traube im Vordergrund, um außergewöhnliche Spitzenweine zu kreieren. Und dafür braucht es vor allem Lesegut aus den besten Weinlagen der Pfalz und viel Zeit. So entstehen außergewöhnliche Weine, die noch lange in Erinnerung bleiben.
Erleben Sie Pfälzer Weingeschichte
Das Weingut bietet Weinliebhabern die Möglichkeit, die faszinierende Geschichte hautnah zu erleben. In der Vinothek können Weine verkostet und gekauft werden, während Führungen durch die historischen Kellergewölbe einzigartige Einblicke in über 300 Jahre Weinbaugeschichte gewähren.
Entdecken Sie bei pfalzweinshop.de die legendären Weine des Weinguts Geheimer Rat Dr. von Bassermann-Jordan – über drei Jahrhunderte Pfälzer Weinkultur, VDP-Qualität seit 1910 und Spitzenweine aus den besten Lagen Deutschlands. Von klassischen Rieslingen bis zu monumentalen Großen Gewächsen – jede Flasche erzählt die Geschichte eines außergewöhnlichen Terroirs.
Die aromatische Neuentdeckung pfälzischer Winzer
Sauvignon Blanc ist die internationale Erfolgsgeschichte unter den Weißweinsorten und hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten auch in der Pfalz eine beachtliche Entwicklung durchlaufen. Was einst eine exotische Ausnahme war, kultivieren heute immer mehr innovative pfälzische Winzer mit beachtlichem Erfolg. Mit mittlerweile rund 200 Hektar Rebfläche bleibt Sauvignon Blanc zwar eine Nischenrebsorte, doch die Qualität der Weine und das wachsende Interesse zeigen: Die Rebsorte hat in der Pfalz eine vielversprechende Zukunft.
Sauvignon Blanc stammt ursprünglich aus dem französischen Loire-Tal und hat sich von dort aus weltweit verbreitet – von Neuseeland über Kalifornien bis nach Südafrika. Die Rebsorte ist bekannt für ihre charakteristische, unverwechselbare Aromatik: Stachelbeere, frisch gemähtes Gras, grüne Paprika, Holunder und exotische Früchte prägen das sortentypische Profil. Das warme Klima der Pfalz bringt dabei eine besondere Stilistik hervor – fruchtbetonter und reifer als klassische Loire-Varianten, aber frischer und eleganter als viele Neue-Welt-Interpretationen.
Von knackig-frischen Edelstahl-Weinen über komplexe, im Holzfass gereifte Varianten bis zu experimentellen Naturweinen – pfälzischer Sauvignon Blanc zeigt bemerkenswerte Vielseitigkeit und beweist, dass die Rebsorte auch unter deutschen Bedingungen herausragende Qualität erreichen kann.
Rebsorten-Charakteristik: Aromatisch und expressiv
Sauvignon Blanc besitzt ausgeprägte, unverwechselbare Eigenschaften:
Intensive Aromatik:
Im Gegensatz zu zurückhaltenden Sorten wie Silvaner oder Weißburgunder ist Sauvignon Blanc aromatisch sehr expressiv. Die charakteristischen Aromen sind sofort erkennbar und machen die Rebsorte unverwechselbar.
Thiole und Methoxypyrazine:
Die typischen Aromen entstehen durch schwefelhaltige Verbindungen (Thiole) und Methoxypyrazine. Erstere bringen tropische Frucht- und Stachelbeeraromen, letztere die charakteristischen "grünen" Noten von Paprika, Gras und Kräutern.
Mittlere bis späte Reife:
Sauvignon Blanc reift mittelspät, etwa zur gleichen Zeit wie Riesling. In der Pfalz meist Mitte bis Ende September.
Moderate Erträge:
Die Rebsorte bringt moderate bis gute Erträge. Qualitätsorientierte Winzer begrenzen auf 70-90 hl/ha für optimale Aromenkonzentration.
Lebendige Säure:
Sauvignon Blanc verfügt über rassige, lebendige Säure – ähnlich wie Riesling, aber mit anderem Aromenprofil. Diese Säure ist essentiell für Frische und Langlebigkeit.
Terroir-Sensibilität:
Die Rebsorte reagiert deutlich auf Terroir und Klima. Kühle Lagen fördern "grüne" Aromen, warme Lagen betonen tropische Frucht.
Empfindlichkeit:
Sauvignon Blanc ist anfällig für Botrytis und erfordert sorgfältige Laubarbeit. Auch der Lesezeitpunkt ist kritisch: Zu früh fehlt Reife, zu spät verliert der Wein seine charakteristische Frische.
Terroir und Klima: Herausforderung und Chance
Das warme Klima der Pfalz stellt für Sauvignon Blanc sowohl Herausforderung als auch Chance dar:
Herausforderungen:
- Gefahr von zu viel Reife und Verlust der Frische
- In heißen Jahren können die charakteristischen "grünen" Aromen verschwinden
- Säureabbau in warmen Nächten kann problematisch sein
Chancen:
- Sichere Ausreifung auch in durchschnittlichen Jahren
- Entwicklung reifer, tropischer Fruchtaromen
- Eigenständiger pfälzischer Stil zwischen Loire-Kühle und Neue-Welt-Opulenz
Optimale Standorte:
Die besten pfälzischen Sauvignon Blancs stammen von:
Kühlere Lagen: Am Haardtrand, in Nordlagen, höhere Weinberge – hier bleibt die charakteristische Frische erhalten
Buntsandstein: Durchlässige, nicht zu fruchtbare Böden fördern Eleganz und Mineralität
Kalkstein: Verleiht zusätzliche Struktur und Komplexität
Vermeiden sollte man:
Zu warme Südhanglagen in der Rheinebene, wo die Säure zu stark abgebaut wird und die Weine flach wirken.
Weinbergspflege: Präzision ist gefordert
Sauvignon Blanc erfordert präzise Weinbergsarbeit:
Ertragsreduktion:
Für aromatische, konzentrierte Weine sind Erträge von 70-85 hl/ha optimal. Höhere Erträge führen zu dünnen, charakterlosen Weinen.
Intensive Laubarbeit:
Die kompakten Trauben benötigen gute Durchlüftung. Entblättern der Traubenzone ist essentiell, aber vorsichtig dosiert – zu viel Sonne kann die charakteristischen Thiole zerstören.
Kritischer Lesezeitpunkt:
Das Timing ist entscheidend: Bei optimaler Reife zeigt Sauvignon Blanc seine charakteristische Aromatik mit Balance zwischen "grünen" Noten und reifer Frucht. Zu früh geerntet wirkt er unreif und aggressiv, zu spät verliert er seine Frische und wirkt flach.
Schnelle Verarbeitung:
Nach der Lese müssen die Trauben schnell und kühl verarbeitet werden, um Oxidation zu vermeiden und die empfindlichen Aromastoffe zu bewahren.
Ausbau: Frische bewahren oder Komplexität fördern
Der Ausbau von Sauvignon Blanc erfolgt je nach gewünschtem Stil unterschiedlich:
Klassischer Edelstahl-Ausbau (Mehrheit):
Die meisten pfälzischen Sauvignon Blancs reifen im Edelstahltank:
- Bewahrt die charakteristische, frische Aromatik
- Betont Stachelbeere, Gras und tropische Frucht
- Sorgt für Klarheit und Präzision
- Zeigt die Rebsorte in ihrer reinsten Form
Temperaturkontrollierte Gärung:
Bei niedrigen Temperaturen (14-16°C) werden die empfindlichen Aromastoffe optimal bewahrt. Höhere Temperaturen würden die charakteristischen Thiole zerstören.
Frühe Abfüllung:
Viele Winzer füllen Sauvignon Blanc bereits im Frühjahr ab, um maximale Frische und Aromatik zu bewahren.
Holzfass-Ausbau (Fumé Blanc-Stil):
Manche ambitionierte Winzer experimentieren mit Holzausbau:
- Verwendung von Barriques oder größeren Holzfässern
- Bringt zusätzliche Komplexität, Cremigkeit und Struktur
- Verleiht Noten von Vanille, Toast, Butter
- Reduziert die "grünen" Aromen zugunsten von Fülle
- Inspiriert vom "Fumé Blanc"-Stil aus Kalifornien
Der Holzeinsatz sollte zurückhaltend sein (10-30% neues Holz), um die sortentypische Aromatik nicht zu überdecken.
Spontangärung:
Innovative Winzer setzen zunehmend auf Spontangärung:
- Fördert Komplexität und Terroir-Ausdruck
- Authentischerer, individuellerer Charakter
- Erfordert gesunde Trauben und sichere Kellerführung
Hefelager:
Längere Lagerung auf der Feinhefe:
- Verleiht cremige Textur und Fülle
- Bringt zusätzliche Komplexität
- Reduziert die Aggressivität der Säure
- Besonders bei holzgereiften Varianten üblich
Biologischer Säureabbau:
Meist wird der biologische Säureabbau (BSA) verhindert, um die charakteristische Frische zu bewahren. Bei holzgereiften Varianten kann BSA jedoch gewünscht sein für mehr Geschmeidigkeit.
Geschmacksprofile und Stilistiken
Pfälzischer Sauvignon Blanc zeigt unterschiedliche Facetten:
Klassischer, frischer Stil (Edelstahl):
- Aromen: Stachelbeere, Holunder, frisch gemähtes Gras, grüne Paprika
- Leicht bis mittelschwer im Körper
- Rassige, lebendige Säure
- Knackig, frisch, erfrischend
- Ideal als Aperitif oder zu leichten Speisen
Fruchtbetonter, pfälzischer Stil:
- Aromen: Maracuja, Mango, Ananas, Grapefruit, Litschi
- Mittelschwerer Körper
- Ausgewogene Säure mit reifer Frucht
- Zugänglicher als Loire-Sauvignons, frischer als Neue-Welt-Varianten
- Eigenständiger pfälzischer Charakter
Fumé Blanc-Stil (Holzfass):
- Aromen: Reife tropische Früchte, Vanille, Toast, Butter
- Voller, cremiger Körper
- Reduzierte "grüne" Noten zugunsten von Fülle
- Komplex, vielschichtig, strukturiert
- Partner für gehobene Küche
Mineralischer Stil (Kalkstein/Buntsandstein):
- Aromen: Dezente Frucht mit Stein, Feuerstein, Salz
- Klar definierte Struktur und Säure
- Präzise, elegant, tiefgründig
- Terroir-transparent
Aromenspektrum im Detail
"Grüne" Aromen (Methoxypyrazine):
- Frisch gemähtes Gras, Heu
- Grüne Paprika, grüne Bohnen
- Brennnessel, Kräuter
- Buchsbaum (in geringen Mengen charakteristisch, zu viel problematisch)
Fruchtaromen (Thiole):
- Stachelbeere (klassisch und sortentypisch!)
- Schwarze Johannisbeere, Cassis
- Grapefruit, Zitrusfrüchte
- Maracuja, Mango, Litschi
- Ananas, Guave
Florale und mineralische Noten:
- Holunderblüte (charakteristisch!)
- Akazienblüte
- Feuerstein, nasse Steine
- Salzige Komponenten
Holzaromen (bei Barrique):
- Vanille, Toast
- Butter, Sahne
- Geröstete Nüsse
- Rauchige Noten
Die Balance zwischen "grünen" und "fruchtigen" Aromen definiert den Stil und hängt stark von Klima, Lesezeitpunkt und Ausbau ab.
Qualitätsstufen und Preise
Gutsweine:
Unkomplizierte, frische Sauvignon Blancs für den Alltagsgenuss. Sortentypisch, zugänglich, fair im Preis. Preis: 8-12 Euro.
Ortsweine:
Aus den besten Lagen einer Gemeinde, mit deutlichem Terroir-Charakter. Mehr Tiefe und Komplexität. Preis: 12-18 Euro.
Lagenweine:
Aus Einzellagen, terroirgeprägt und vielschichtig. Oft mit teilweisem Holzausbau. Preis: 18-28 Euro.
Spitzenqualitäten:
Ambitionierte Sauvignon Blancs von Top-Winzern, mit Holzausbau oder von alten Reben. Preis: 25-45 Euro.
Pfälzischer Sauvignon Blanc ist teurer als Müller-Thurgau oder Silvaner, aber günstiger als internationale Premium-Sauvignons aus Neuseeland oder Kalifornien.
Kulinarische Vielseitigkeit
Sauvignon Blanc ist ein hervorragender Essensbegleiter:
Klassische Kombinationen:
- Ziegenkäse (DIE klassische Paarung!)
- Spargel (weiß und grün)
- Fisch und Meeresfrüchte (Austern, Jakobsmuscheln)
- Sushi und roher Fisch
- Salate mit Vinaigrette
Asiatische Küche:
- Thailändische Gerichte
- Vietnamesische Küche
- Sushi und Sashimi
- Dim Sum
- Ceviche
Vegetarische Gerichte:
- Gemüsegerichte mit Kräutern
- Risotto mit Spargel oder Erbsen
- Pasta mit Pesto
- Frühlingsrollen
Würzige Speisen:
Die lebendige Säure und Frucht machen Sauvignon Blanc zum idealen Partner für würzige, aber nicht zu scharfe Gerichte.
Holzgereifte Varianten:
- Krustentiere in Buttersaucen
- Gebratener Fisch
- Geflügel in cremigen Saucen
- Gegrilltes Gemüse
Die Serviertemperatur liegt bei 8-10°C – gut gekühlt, damit die Frische zur Geltung kommt.
Alterungspotenzial und Lagerung
Sauvignon Blanc ist überwiegend für früheren Genuss konzipiert:
- Einfache Weine: 1-3 Jahre
- Gutsweine: 2-4 Jahre
- Ortsweine: 3-5 Jahre
- Lagenweine: 4-7 Jahre
- Holzgereifte Spitzenqualitäten: 5-10 Jahre
Die charakteristischen Thiole und die frische Aromatik sind in der Jugend am intensivsten und bauen mit der Zeit ab. Die meisten Sauvignon Blancs sollten jung getrunken werden, wenn die Frucht noch lebendig ist.
Hochwertige, holzgereifte Varianten können länger reifen und entwickeln komplexere, honigähnliche Aromen.
Sauvignon Blanc weltweit: Stilistische Einordnung
Zum Verständnis pfälzischer Sauvignon Blancs hilft der internationale Vergleich:
Loire-Tal (Sancerre, Pouilly-Fumé):
- Kühl, mineralisch, "grün"
- Stachelbeere, Feuerstein, Gras
- Hohe Säure, straff, elegant
- Klassischer, kühler Stil
Neuseeland (Marlborough):
- Explosiv aromatisch, tropisch
- Maracuja, Stachelbeere, Grapefruit
- Intensive Frucht, hohe Säure
- Neue-Welt-Stil
Kalifornien (Fumé Blanc):
- Holzgereift, cremig, opulent
- Vanille, tropische Früchte, Toast
- Voller Körper, moderate Säure
- Kraftvoller, reifer Stil
Pfalz:
- Zwischen allen Stilen
- Fruchtbetonter als Loire
- Frischer als Kalifornien
- Eigenständiger mitteleuropäischer Charakter
Herausforderungen und Chancen in der Pfalz
Herausforderungen:
- Warmes Klima kann Frische gefährden
- Konkurrenz durch etablierte Sorten (Riesling, Burgundersorten)
- Verbraucher erwarten oft klassischen Loire- oder Neuseeland-Stil
- Noch geringe Bekanntheit pfälzischer Sauvignons
Chancen:
- Wachsende Nachfrage nach Sauvignon Blanc
- Eigenständiger pfälzischer Stil entwickelbar
- Neue Zielgruppen erschließbar
- Diversifizierung des Sortiments
Bio und Nachhaltigkeit
Sauvignon Blanc stellt im ökologischen Weinbau Herausforderungen:
- Anfälligkeit für Botrytis erfordert sorgfältigen Pflanzenschutz
- Intensive Laubarbeit notwendig
- Dennoch zunehmend von Bio-Winzern erfolgreich kultiviert
Innovation und Experiment
Pfälzische Winzer experimentieren mit Sauvignon Blanc:
- Orange Wines (Maischestandzeit)
- Pétillant Naturel (leicht prickelnde Varianten)
- Spontangärung und minimalistische Intervention
- Cuvées mit anderen Sorten (z.B. mit Riesling)
Diese experimentelle Ausrichtung zeigt: Sauvignon Blanc ist die Rebsorte innovativer, mutiger Winzer.
Zukunft in der Pfalz
Sauvignon Blanc wird in der Pfalz weiter wachsen, aber Nischenrebsorte bleiben:
- Zunehmende Akzeptanz bei Konsumenten
- Mehr Winzer entdecken das Potenzial
- Entwicklung eines eigenständigen pfälzischen Stils
- Bleibende Rolle als innovative Alternative zu klassischen Sorten
Fazit: Internationale Frische mit pfälzischem Charakter
Sauvignon Blanc ist die internationale, innovative Seite des pfälzischen Weinbaus. Die Rebsorte bringt frischen Wind ins Sortiment und spricht Weintrinker an, die aromatische, lebendige Weine mit unverwechselbarem Charakter schätzen.
Das warme Klima der Pfalz bringt einen eigenständigen Stil hervor – fruchtbetonter und reifer als Loire-Sauvignons, aber frischer und eleganter als Neue-Welt-Interpretationen. Diese Balance macht pfälzischen Sauvignon Blanc zu einer spannenden Alternative mit eigenem Profil.
Ambitionierte Winzer beweisen, dass die Rebsorte auch unter deutschen Bedingungen herausragende Qualität erreichen kann. Von knackig-frischen Edelstahl-Weinen bis zu komplexen, holzgereiften Varianten zeigt pfälzischer Sauvignon Blanc beeindruckende Vielseitigkeit.
Wer charakteristische, aromatische Weißweine mit lebendiger Säure und internationaler Stilistik sucht, findet im pfälzischen Sauvignon Blanc eine überzeugende Wahl.
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