Gewürztraminer - Bassermann Jordan -
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Weingut / Lieferant: Bassermann-Jordan
Typ: Weisswein
Art. Nr.: bassermann-064
Verfügbar: Verfügbar
Gewürztraminer hat eine lange Tradition im Weingut Bassermann-Jordan . Früher vor allem als Edelsüße Rarität, inzwischen aber auch als trockener Spitzenwein oder wie in diesem Fall als feinfruchtiger leichter Wein.
enthält Sulfite
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Gewürztraminer - Bassermann Jordan -
Wein-Steckbrief
- Jahrgang
- 2022
- Rebsorten
- Gewürztraminer
- Geschmack
- lieblich
- Weinbaubereich
- Mittelhaardt/Deutsche Weinstraße
- Weinort
- Deidesheim
- Alkoholgehalt
- 9 % vol
- Restzucker
- 29,9 g/l
- Säure
- 5.3 g/l
- Trinkempfehlung
- Der lieblich Gewürztraminer von Bassermann Jordan ist die perfekte Begleitung zu würzigen asiatischen Gerichten, aromatischen Käseplatten oder einem entspannten Sommerabend im Garten.
Weingut Geheimer Rat Dr. von Bassermann-Jordan – Über 300 Jahre Pfälzer Weinkultur auf Weltniveau
Das Weingut Geheimer Rat Dr. von Bassermann-Jordan ist im rheinland-pfälzischen Deidesheim in der Pfalz ansässig und produziert vorwiegend Rieslingweine auf einer Rebfläche von rund 50 Hektar. Als eines der traditionsreichsten und renommiertesten Weingüter Deutschlands steht der Name Bassermann-Jordan seit über drei Jahrhunderten für kompromisslose Qualität, terroirgeprägte Spitzenweine und die perfekte Symbiose aus Tradition und Innovation.
Eine Familiengeschichte, die den Pfälzer Weinbau prägte
Die Geschichte des Weinguts begann 1718, als der aus Cluses in Savoyen stammende Peter Jordan das Weingut gründete, das 1783 nach Deidesheim umzog. Den entscheidenden Wendepunkt markierte jedoch der junge Andreas Jordan (1775–1848), der nach dem Tod seiner Eltern im Alter von nur 20 Jahren das Weingut übernahm. Er revolutionierte den Weinbau in der Region und begründete den Qualitätsweinbau mit, indem er wegweisende Methoden einführte.
Andreas Jordan führte als erster Winzer in der heutigen Pfalz den Qualitätsweinbau ein: Er wartete den richtigen Zeitpunkt bei der Weinlese bis zur Edelfäule ab, unterschied konsequent die Rebsorten bei der Verarbeitung im Keller und bevorzugte edle Rebsorten wie Traminer und Riesling. Seine Innovationskraft zeigte sich auch darin, dass Jordan 1802 als Erster in der Pfalz den Namen der Weinlage „Deidesheimer Geheu" neben dem Jahrgang zur Kennzeichnung seiner Weine verwendete – ein revolutionärer Schritt, der die lagenspezifische Vermarktung begründete.
Durch strategische Zukäufe, besonders in Krisenjahren, konnte Jordan sein Weingut beträchtlich vergrößern. 1815 erwarb er den Ketschauer Hof in Deidesheim mitsamt einiger hervorragender Weinlagen. Bei der Ersten Allgemeinen Deutschen Industrieausstellung in München errang das Weingut die Große Denkmünze, da seine Weine die anderen pfälzischen qualitätsmäßig übertroffen hätten. Auch bei Weltausstellungen in Paris, Wien, Philadelphia und Melbourne wurden die Jordanschen Weine mit Medaillen geehrt.
Da Ludwig Andreas Jordan keinen männlichen Erben hatte, vollzog sein Schwiegersohn Emil Bassermann nach Jordans Tod 1883 mit Genehmigung des bayerischen Königs Ludwig II. die Namensänderung zu Bassermann-Jordan, um den legendären Namen zu bewahren. 1917 wurde Friedrich von Bassermann-Jordan in den Adelsstand erhoben, was dem Weingut seinen heutigen vollständigen Namen verlieh.
VDP-Mitgliedschaft seit 1910 – Ein Jahrhundert Spitzenqualität
Das Weingut ist seit 1910 Mitglied im Verband Deutscher Prädikatsweingüter (VDP), einem der exklusivsten Zusammenschlüsse deutscher Spitzenweingüter. Diese über 115-jährige VDP-Mitgliedschaft unterstreicht die kontinuierlich hohe Qualität und das Engagement für terroirgeprägte Weine. Als Mitglied im VDP klassifiziert das Weingut nach der Qualitätspyramide des VDP die besten Lagen aus Forst und Deidesheim.
Viele alte Weinjahrgänge, darunter solche, die noch unter Andreas Jordan produziert wurden, wie der legendäre Kometenweinjahrgang 1811, sind noch immer in den Bassermann-Jordanschen Weinkellern gelagert. Das 1811er-Etikett der Burgunderflaschen von Bassermann-Jordan ist berühmt, da es zu den ältesten seiner Art gehört.
Erstklassige VDP.GROSSE LAGEN – Das Terroir der Spitzenklasse
Die Weinberge des Weinguts Bassermann-Jordan liegen in den allerbesten Lagen der Mittelhaardt. Mehr als 30 Prozent davon sind VDP Große Lagen wie Jesuitengarten, Hohenmorgen und Deidesheimer Paradiesgarten. Zu den legendären Einzellagen zählen außerdem das weltberühmte Forster Kirchenstück, der Forster Pechstein, das Forster Ungeheuer sowie der Deidesheimer Kalkofen – allesamt Namen, die bei Weinliebhabern weltweit höchste Wertschätzung genießen.
Die einzigartigen Lagen des Weinguts wie Forster Kirchenstück, Hohenmorgen und Jesuitengarten zählen zu den besten der Pfalz. Hier gedeihen die Reben auf mineralreichen Böden, die den Weinen ihre unverwechselbare Terroirnote verleihen. Die Böden bestehen aus Buntsandstein, Muschelkalk, Basalt und Lösslehm – jede Lage mit ihrer individuellen Charakteristik, die sich deutlich in den Weinen widerspiegelt.
Der Forster Riesling spiegelt den Charakter der pfälzer Weinberge rund um Forst wider. Mineralität und Frucht sind bei diesen Weinen ein großes Thema. Der Basalt speichert die Wärme, und das gespeicherte Wasser löst die Mineralstoffe aus dem Boden beziehungsweise dem Basalt. Der Deidesheimer Riesling zeigt mehr Eleganz und das auch schon in jungen Jahren. Der Ruppertsberger Riesling zeigt sich früh zugänglich und sehr oft mit blumigen Aromakomponenten – ein eleganter Wein mit weniger Säure.
Riesling als Königsdisziplin – Die Rebsortenvielfalt
Der Riesling ist und bleibt die Paradedisziplin des Weinguts Bassermann-Jordan. Die Rieslinge machen den größten Teil der Weißweine im Weingut in Deidesheim aus. Von kristallklaren, mineralischen Ortsweinen über charaktervolle Lagenweine bis hin zu monumentalen Großen Gewächsen reicht die Bandbreite. Jeder Riesling erzählt die Geschichte seiner Herkunft und spiegelt die Einzigartigkeit des Terroirs wider.
Doch auch die Burgundersorten spielen eine bedeutende Rolle im Sortiment: Weißburgunder, Grauburgunder, Spätburgunder und Chardonnay ergänzen das Portfolio. Der Sauvignon Blanc Fumé begeistert mit seinen Aromen, während die Cuvée „Deux Nez" – eine harmonische Verschmelzung von Cabernet Sauvignon und Merlot – die internationale Ausrichtung des Weinguts unterstreicht. Ergänzt wird das Sortiment durch Spezialitäten wie Gewürztraminer, Gelber Muskateller und Scheurebe.
Tradition trifft Moderne – Kellerwirtschaft auf höchstem Niveau
Im historischen Weinkeller in Deidesheim reifen im jahrhundertelang gewachsenen Sandsteingewölbe kostbare Weine traditionell im Holzfass. Diese fast einen Kilometer langen Gewölbekeller sind das Herzstück der Weintradition und verleihen den Weinen ihre besondere Reife und Komplexität. Der Sekt von Bassermann-Jordan wird in traditioneller Flaschengärung hergestellt, was höchste Qualität und feinste Perlage garantiert.
In der modernen Kelter- und Kellerbetriebstätte hingegen wird der Wein auf höchstem technischem Niveau in moderner, fruchtbetonter Richtung ausgebaut. Dabei wird großer Wert auf eine behutsame, natürliche Gärung ohne künstliche Zusatzstoffe gelegt. Die Anbaumethoden, Vinifikation und Reifung der pfälzer Weiß- und Rotweine findet hier auf höchstem Niveau statt.
Das Weingut legt großen Wert auf nachhaltige und qualitätssteigernde Anbaumethoden. Behutsame Handlese, biologischer Pflanzenschutz und der Einsatz natürlicher Präparate sind feste Bestandteile der Philosophie des Hauses. Die Qualitätsweine bleiben so lange wie möglich auf der Feinhefe liegen, was ihnen zusätzliche Cremigkeit und Komplexität verleiht.
VDP.GROSSE GEWÄCHSE – Die Krönung des Sortiments
Das VDP.GROSSE GEWÄCHS aus der Pfalz stellt die besten trockenen Prädikatsweine im Weingut in Deidesheim dar. Die Rebsorten (Weißburgunder, Riesling und Spätburgunder), die maximale Erntemenge und die Lagen als VDP.GROSSE LAGE sind festgelegt. Die Großen Gewächse von Bassermann-Jordan zählen zu den gefragtesten deutschen Weinen und werden von Kritikern regelmäßig mit Höchstbewertungen ausgezeichnet.
Legendäre Große Gewächse wie der Riesling aus dem Forster Kirchenstück, dem Forster Pechstein, dem Forster Ungeheuer, dem Deidesheimer Kalkofen oder dem Ruppertsberger Reiterpfad verkörpern die absolute Spitze des deutschen Weinbaus. Diese Weine vereinen Kraft und Eleganz, Mineralität und Frucht, Komplexität und Trinkfluss in vollendeter Harmonie.
Stilvielfalt für jeden Weinliebhaber
Das Ergebnis sind Weine mit viel Charakter und Tiefe. Sie reichen von terroirbetonten, mineralischen Klassikern, die nachhaltig und lagerfähig sind, bis hin zu modernen, feinfruchtigen und expressiven Tropfen. So bietet das Weingut eine beeindruckende Stilvielfalt, die sowohl Traditionsliebhaber als auch moderne Genießer begeistert.
Das Sortiment umfasst unkomplizierte Gutsweine für den täglichen Genuss, charaktervolle Ortsweine aus Deidesheim, Forst und Ruppertsberg, terroirspezifische Lagenweine sowie die monumentalen Großen Gewächse. Hinzu kommen edelsüße Auslesen und Spätlesen, prickelnde Sekte in traditioneller Flaschengärung sowie moderne Interpretationen wie der frische Blanc de Noir Rosé und der lebendige Secco.
Ein Weingut mit Geschichte und Zukunft
Im Jahr 2002 veräußerte die Eigentümerfamilie das Weingut an den Neustadter Unternehmer Achim Niederberger (1957–2013), zu dessen Unternehmensgruppe es seitdem gehört. Unter dieser Führung wurde der historische Ketschauer Hof zu einem exklusiven Hotel- und Restaurantkomplex ausgebaut, der heute Weinkultur und gehobene Gastronomie auf höchstem Niveau vereint.
Das Weingut Dr. von Bassermann-Jordan ist nicht nur Wein einer einzelnen Person. Die Zusammenarbeit vieler Einzelner und Freude an der Weiterentwicklung der Vision ermöglicht erst den Erfolg. Bei Bassermann-Jordan steht die Traube im Vordergrund, um außergewöhnliche Spitzenweine zu kreieren. Und dafür braucht es vor allem Lesegut aus den besten Weinlagen der Pfalz und viel Zeit. So entstehen außergewöhnliche Weine, die noch lange in Erinnerung bleiben.
Erleben Sie Pfälzer Weingeschichte
Das Weingut bietet Weinliebhabern die Möglichkeit, die faszinierende Geschichte hautnah zu erleben. In der Vinothek können Weine verkostet und gekauft werden, während Führungen durch die historischen Kellergewölbe einzigartige Einblicke in über 300 Jahre Weinbaugeschichte gewähren.
Entdecken Sie bei pfalzweinshop.de die legendären Weine des Weinguts Geheimer Rat Dr. von Bassermann-Jordan – über drei Jahrhunderte Pfälzer Weinkultur, VDP-Qualität seit 1910 und Spitzenweine aus den besten Lagen Deutschlands. Von klassischen Rieslingen bis zu monumentalen Großen Gewächsen – jede Flasche erzählt die Geschichte eines außergewöhnlichen Terroirs.
Die aromatische Diva unter den Weißweinen
Gewürztraminer ist die intensivste, aromatischste und polarisierendste Weißweinrebsorte der Pfalz. Mit seiner explosiven Aromatik, opulenten Fülle und unverwechselbaren Persönlichkeit ist er ein Wein, der niemanden gleichgültig lässt – man liebt ihn oder findet ihn zu intensiv. In der Pfalz wird Gewürztraminer auf rund 350 Hektar kultiviert, was ihn zu einer echten Spezialität macht. Während andere Rebsorten subtil und zurückhaltend sind, ist Gewürztraminer laut, expressiv und selbstbewusst – eine aromatische Diva, die den großen Auftritt liebt.
Die Rebsorte, auch einfach als Traminer bekannt, gehört zu den ältesten Kulturreben und stammt vermutlich aus Südtirol (Tramin/Termeno). Der Zusatz "Gewürz" verweist auf die charakteristische würzige Aromatik, die an exotische Gewürze, Rosen und orientalische Märkte erinnert. Das warme Klima der Pfalz bringt die opulente Seite des Gewürztraminers besonders zur Geltung: Volle, reife Weine mit intensiver Aromatik und beeindruckender Fülle.
Von trockenen, kraftvollen Essensbegleitern über halbtrockene, harmonische Varianten bis zu edelsüßen Auslesen – Gewürztraminer zeigt bemerkenswerte Vielseitigkeit, bleibt aber immer unverwechselbar sich selbst.
Rebsorten-Charakteristik: Intensität in Reinform
Gewürztraminer besitzt außergewöhnliche, unverkennbare Eigenschaften:
Explosive Aromatik:
Gewürztraminer ist DIE aromatischste Rebsorte überhaupt. Keine andere Sorte zeigt derart intensive, unverwechselbare Aromen. Die Aromatik ist sofort erkennbar und macht die Rebsorte einzigartig.
Geringe Säure:
Im Vergleich zu Riesling oder Sauvignon Blanc verfügt Gewürztraminer über deutlich niedrigere Säurewerte (oft nur 4-6 g/l). Dies macht die Weine weich, opulent und zugänglich, aber auch anfällig für Schwere und fehlende Frische.
Hohe Mostgewichte:
Die Rebsorte erreicht sehr hohe Zuckergrade und damit potentiell hohe Alkoholwerte (oft 13-14% vol, bei Auslesen noch höher). Diese Fülle ist charakteristisch, aber in warmen Jahren problematisch.
Rosa-rote Beerenschalen:
Die Trauben zeigen charakteristische rosa bis rötliche Färbung der Beerenschalen – ein Erkennungsmerkmal. Diese Färbung verleiht den Weinen oft einen leicht goldenen bis kupferfarbenen Ton.
Mittlere Reife:
Gewürztraminer reift mittelfrüh, etwa zwischen Müller-Thurgau und Riesling, meist Mitte September.
Moderate Erträge:
Die Rebsorte ist ertragsarm bis moderat und bringt zuverlässig 60-80 hl/ha. Höhere Erträge führen zu verwässerten, charakterlosen Weinen.
Empfindlichkeit:
Gewürztraminer ist anfällig für Echten Mehltau, Rohfäule und Trockenstress. Die Rebsorte stellt hohe Ansprüche an Pflege und Standort.
Oxidationsanfälligkeit:
Ähnlich wie Grauburgunder neigt Gewürztraminer zur schnellen Oxidation und erfordert sorgfältige, zügige Verarbeitung.
Terroir und Klima: Wärme mit Maß
Das warme Klima der Pfalz bietet grundsätzlich gute Voraussetzungen für Gewürztraminer, birgt aber auch Risiken:
Vorteile:
- Sichere, vollständige Ausreifung
- Entwicklung intensiver Aromatik
- Opulente, reife Frucht
Herausforderungen:
- In sehr heißen Jahren zu viel Reife und Alkohol
- Gefahr von Säureverlust und Flachheit
- Balanceakt zwischen Reife und Frische
Optimale Standorte:
Buntsandstein: Die durchlässigen, mineralreichen Böden fördern Eleganz und Würze. Gewürztraminer von Buntsandstein zeigt Struktur und feine Mineralität.
Kalkstein: Verleiht zusätzliche Frische, Spannung und Komplexität. Die besten pfälzischen Gewürztraminer stammen oft von Kalksteinlagen.
Lehm und Löss: Bringen opulente, körperreiche Weine mit voller Aromatik hervor – kraftvoll, aber manchmal etwas schwer.
Kühlere Lagen: Am Haardtrand oder in Nordlagen bleibt mehr Frische erhalten, was bei Gewürztraminer besonders wichtig ist.
Gewürztraminer benötigt Wärme für seine Aromenentwicklung, aber nicht zu viel davon – der richtige Standort ist entscheidend für Balance.
Weinbergspflege: Qualität durch Sorgfalt
Gewürztraminer ist anspruchsvoll und erfordert aufmerksame Pflege:
Ertragsreduktion:
Für aromatische, konzentrierte Weine sind Erträge von 60-75 hl/ha optimal. Höhere Erträge führen zu verwässerter Aromatik und fehlender Intensität.
Intensive Laubarbeit:
Gute Durchlüftung ist essentiell wegen der Mehltau-Anfälligkeit. Gleichzeitig dürfen die Trauben nicht zu stark besonnt werden, um Sonnenbrand zu vermeiden.
Wasserversorgung:
Gewürztraminer ist empfindlich gegenüber Trockenstress. In sehr heißen, trockenen Jahren kann Bewässerung notwendig werden.
Optimaler Lesezeitpunkt:
Der richtige Erntezeitpunkt ist kritisch: Die Aromatik sollte voll entwickelt sein, aber noch ausreichend Säure vorhanden. In der Pfalz oft ein schmaler Grat zwischen zu wenig und zu viel Reife.
Handlese:
Bei Qualitätsweinen ist selektive Handlese essentiell, um nur vollreife, gesunde Trauben zu ernten.
Ausbau: Die Aromatik bewahren
Der Ausbau von Gewürztraminer ist auf Bewahrung der intensiven Aromatik ausgerichtet:
Edelstahl-Ausbau (Standard):
Die überwiegende Mehrheit wird im Edelstahltank ausgebaut:
- Bewahrt die intensive, sortentypische Aromatik
- Sorgt für Klarheit und Reinheit
- Zeigt die Rebsorte in ihrer expressivsten Form
- Vermeidet zusätzliche Komplexität, die die Aromen überdecken würde
Temperaturkontrollierte Gärung:
Bei moderaten Temperaturen (16-18°C) bleiben die empfindlichen Aromastoffe optimal erhalten.
Kein Holzausbau:
Barrique oder große Holzfässer sind für Gewürztraminer praktisch nie geeignet. Die Holzaromen würden die sortentypische Aromatik überdecken und sind unerwünscht.
Schnelle Abfüllung:
Gewürztraminer wird meist relativ zeitnah abgefüllt, um die intensive Aromatik zu bewahren. Lange Lagerung im Keller bringt keine Verbesserung.
Restsüße (häufig):
Wegen der geringen Säure werden viele Gewürztraminer mit Restsüße ausgebaut:
- Trocken: Selten, nur bei ausreichender Säure
- Feinherb/Halbtrocken: Häufig, harmonisiert die geringe Säure
- Lieblich/Süß: Bei Auslesen und edelsüßen Varianten
Die Restsüße ist bei Gewürztraminer kein Qualitätsmangel, sondern oft notwendig für Balance.
Spontangärung:
Manche innovative Winzer experimentieren mit Spontangärung, was zusätzliche Komplexität bringen kann.
Geschmacksprofile und Stilistiken
Gewürztraminer zeigt charakteristische, unverwechselbare Aromen:
Trockener Stil (selten):
- Voller Körper, intensive Aromatik
- Braucht ausreichend Säure für Balance
- Kraftvoller, würziger Essensbegleiter
- Nur in kühleren Jahren oder von idealen Lagen
Feinherber/Halbtrockener Stil (häufig):
- Leichte Restsüße balanciert geringe Säure
- Opulent, aromatisch, harmonisch
- Zugänglicher und vielseitiger
- Der klassische pfälzische Gewürztraminer-Stil
Edelsüßer Stil (Auslese, BA, TBA):
- Konzentrierte Aromatik, honigsüße Fülle
- Perfekte Balance zwischen Süße und Würze
- Langlebig und komplex
- Raritäten für besondere Anlässe
Aromenspektrum: Exotik im Glas
Gewürztraminer zeigt das intensivste Aromenprofil aller Rebsorten:
Blüten und Rosen:
- Rosenblüten (charakteristisch und sortentypisch!)
- Geranien, Veilchen
- Jasmin, exotische Blüten
Exotische Früchte:
- Litschi (DAS typische Gewürztraminer-Aroma!)
- Mango, Papaya
- Ananas, Maracuja
- Orangenschale, Grapefruit
Gewürze:
- Zimt, Nelken, Muskatnuss
- Ingwer, Kardamom
- Anis, Koriander
- Orientalische Gewürzmischungen
Honig und Süße:
- Honig, Bienenwachs
- Aprikosenmarmelade
- Kandierte Früchte
- Marzipan
Weitere Noten:
- Rauch, Räucherstäbchen
- Tee (schwarzer Tee)
- Leicht bittere Komponenten (Grapefruit)
- Salzige Mineralität (bei guten Lagen)
Die Aromatik ist niemals subtil oder zurückhaltend, sondern explosiv, intensiv und unverkennbar.
Qualitätsstufen und Preise
Gutsweine:
Sortentypische Gewürztraminer mit charakteristischer Aromatik. Meist halbtrocken, zugänglich. Preis: 8-12 Euro.
Ortsweine:
Aus den besten Lagen einer Gemeinde, mit mehr Tiefe und Komplexität. Preis: 12-18 Euro.
Lagenweine:
Aus Einzellagen, terroirgeprägt und vielschichtig. Trockener oder edelsüß. Preis: 18-30 Euro.
Auslese und höher:
Edelsüße Raritäten von außergewöhnlicher Intensität und Langlebigkeit. Preis: 25-80 Euro (je nach Prädikatsstufe).
Gewürztraminer ist teurer als Alltagsrebsorten, aber günstiger als Riesling-Große Gewächse.
Kulinarische Vielseitigkeit
Gewürztraminer ist ein anspruchsvoller, aber faszinierender Essensbegleiter:
Asiatische Küche (perfekte Kombination!):
- Thailändische Küche (auch scharf!)
- Indische Curries (mild bis mittelscharf)
- Chinesische Küche (süß-sauer)
- Vietnamesische Gerichte
- Japanische Küche (Sushi mit würzigen Komponenten)
Die Fülle und Würze des Gewürztraminers harmoniert perfekt mit asiatischen Aromen und kann sogar Schärfe ausgleichen.
Foie Gras und Pasteten:
Eine klassische französische Kombination – die Opulenz des Weins ergänzt die Fülle der Foie Gras perfekt.
Würzige und exotische Speisen:
- Marokkanische Küche (Tajine, Couscous)
- Orientalische Gerichte
- Gewürzte Schmorgerichte
- Curries und würzige Eintöpfe
Käse:
- Munster (klassische Elsass-Kombination!)
- Würzige, aromatische Käse
- Blauschimmelkäse (zu edelsüßen Varianten)
- Gereifter Comté
Desserts:
- Obstkuchen mit exotischen Früchten
- Gewürzkuchen, Lebkuchen
- Marzipan-Gebäck
- Crème Brûlée
Weihnachtsgebäck:
Gewürztraminer ist DER Wein für Weihnachtsgebäck, Stollen und Spekulatius!
Die Serviertemperatur liegt bei 10-12°C – nicht zu kalt, damit sich die Aromen entfalten.
Alterungspotenzial und Lagerung
Gewürztraminer kann durchaus altern:
- Gutsweine: 2-4 Jahre
- Ortsweine: 3-6 Jahre
- Lagenweine (trocken): 5-10 Jahre
- Auslesen: 10-20 Jahre
- BA/TBA: 20-40 Jahre und länger
Trockene Gewürztraminer sollten relativ jung getrunken werden, wenn die Aromatik noch frisch ist. Edelsüße Varianten können jedoch Jahrzehnte reifen und entwickeln unglaubliche Komplexität.
Bei optimaler Lagerung (kühl, dunkel, liegend) entwickeln sich die Weine: Die Primäraromen werden komplexer, honigige Noten treten hervor, und die Weine gewinnen an Harmonie.
Gewürztraminer weltweit: Stilistische Einordnung
Elsass (Frankreich):
- Die Referenzregion für Gewürztraminer
- Trocken bis edelsüß, meist mit mehr Säure als Pfalz
- Klassischer, würziger Stil
- Renommierte Grands Crus
Alto Adige/Südtirol (Italien):
- Die Heimat der Rebsorte (Tramin/Termeno)
- Oft leichter und frischer als Elsass
- Eleganter, alpiner Stil
Deutschland (Pfalz, Baden):
- Opulenter, reifer Stil
- Oft mit Restsüße für Balance
- Weniger Säure als Elsass
- Eigenständiger deutscher Charakter
Neue Welt (USA, Neuseeland):
- Sehr opulent, tropisch
- Hoher Alkohol
- Expressiver, kraftvoller Stil
Pfälzischer Gewürztraminer positioniert sich zwischen elsässischer Würze und Neuer-Welt-Opulenz.
Herausforderungen in der Pfalz
Klimatische Herausforderungen:
- Warme Jahre: Zu viel Reife, zu wenig Säure
- Gefahr von Überreife und Schwere
- Balanceakt zwischen Fülle und Frische
Vermarktung:
- Polarisierende Rebsorte (Liebe oder Ablehnung)
- Schwierige Aussprache und Schreibweise
- Konkurrenz durch bekanntere Sorten
Anbau:
- Anspruchsvoll im Weinberg
- Anfällig für Krankheiten
- Geringe Erträge
Die Gewürztraminer-Renaissance
Nach Jahren des Rückgangs erlebt Gewürztraminer eine kleine Renaissance:
Gründe:
- Wachsende Beliebtheit asiatischer Küche
- Suche nach charaktervollen, eigenständigen Weinen
- Wiederschätzung aromatischer Sorten
- Exotik und Vielfalt im Weinglas
Neue Zielgruppen:
- Liebhaber asiatischer Küche
- Weinabenteurer auf der Suche nach Neuem
- Kenner, die Individualität schätzen
Bio und Nachhaltigkeit
Gewürztraminer stellt im ökologischen Weinbau besondere Herausforderungen:
- Anfälligkeit für Mehltau erfordert intensive Pflege
- Empfindlichkeit gegenüber Trockenstress
- Dennoch von manchen Bio-Winzern erfolgreich kultiviert
Bio-Gewürztraminer zeigt oft besonders authentischen, reinen Sortencharakter.
Nicht für jeden – und das ist gut so
Gewürztraminer ist ein Wein, der polarisiert:
Liebhaber schätzen:
- Explosive, unverwechselbare Aromatik
- Exotische Vielfalt im Glas
- Opulente Fülle und Persönlichkeit
- Perfekte Harmonie mit asiatischer Küche
- Eigenständiger, mutiger Charakter
Kritiker bemängeln:
- Zu intensiv, zu laut, zu parfümiert
- Geringe Säure, manchmal schwer
- Fehlende Subtilität
- Schwierig zu kombinieren
Gewürztraminer ist kein Wein für die breite Masse, sondern für Liebhaber – und das ist seine Stärke.
Aromatisches Abenteuer für Mutige
Gewürztraminer ist die exotischste, aromatischste und mutigste Rebsorte der Pfalz. Mit seiner explosiven Aromatik, opulenten Fülle und unverwechselbaren Persönlichkeit ist er ein Wein für besondere Momente und mutige Genießer.
Das warme Klima der Pfalz bringt die opulente Seite des Gewürztraminers zur Geltung – volle, reife Weine mit intensiver Aromatik. Die Herausforderung liegt darin, trotz der Wärme ausreichend Frische und Balance zu bewahren.
Wer subtile, zurückhaltende Weine bevorzugt, wird mit Gewürztraminer nicht glücklich. Wer aber intensive Aromen, exotische Vielfalt und mutige Persönlichkeit schätzt, findet in ihm einen faszinierenden Partner – besonders zur asiatischen Küche, zu würzigen Gerichten und zu besonderen Anlässen.
Gewürztraminer ist kein Alltagswein, sondern ein aromatisches Abenteuer. Er ist laut, expressiv, unverwechselbar – eine aromatische Diva, die den großen Auftritt liebt und verdient.
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